Montag, 16. Oktober 2006

Konspirologie - Die Paradigmen der Verschwörung Teil 1

Konspirologie
Alexander Dugin
Moskau, 2005

Die Paradigmen der Verschwörung (S. 19-52)

Teil I

Der Gegenstand der Untersuchung

Zu Beginn unserer Betrachtungen zu einem so delikaten Problem wie der „Theorie der Verschwörung“, welches Leidenschaften aufwallen lässt (nicht nur journalistische, sondern auch politische, ja selbst juristische!), möchten wir sogleich darlegen, auf welche Art und Weise wir uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen gedenken. Wir sind überzeugt, dass die Existenz oder Nichtexistenz der „Verschwörung“ selbst an der gegebenen Problematik nicht das geringste ändert. Ob wir es nun wollen oder nicht: Im Verlauf der letzten Jahrhunderte haben konspirologische Motive in der Geschichtsschreibung, der Kulturologie und sogar der Alltagspolitik eine dermassen bedeutsame Rolle gespielt (und stellen in manchen Fällen ein dermassen gewichtiges Argument dar), dass uns dies allein schon dazu veranlasst, dem Phänomen der „Konspirologie“ die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Hier kann man – mutatis mutandis – natürlich eine Parallele zur Religion ziehen, die nicht aufgrund des Faktums Gottes existiert, sondern aufgrund des Faktums des Glaubens. In unserem Fall könnte man sagen, dass die „Verschwörung“ im breitesten Sinne des Wortes besteht, so wie der historisch und soziologisch fixierbare Glaube an sie besteht, der auf einer mehr oder weniger ausgeklügelten Argumentation fusst. Selbstverständlich ist die Frage in ihrer ganzen Fülle schier unermesslich, und wir erheben in keiner Weise den Anspruch, sie erschöpfend zu behandeln. Uns geht es vor allem darum, die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine leidenschaftslose und fundierte Erforschung der „Theorie der Verschwörung“ ausserhalb jeglicher polemischer oder rein faktologischer Streitigkeiten zu schaffen.

Wenn zumindest im Lauf der letzten Jahrhunderte eine grosse Anzahl von Menschen von der Existenz eines mehr oder weniger universalen Netzes von „Verschwörern“ überzeugt war (und ist), welche irgendwelche besonderen Pläne verfolgen und danach streben, diese der Menschheit aufzuzwingen, so liegt ein legitimer Forschungsbedarf vor.

Das von den Gegnern der „konspirologischen“ Denkweise am häufigsten vorgebrachte Argument besteht in dem Hinweis auf den grotesken Charakter der landläufigen „Konspirologie“, deren Maximen in der Tat offenkundig unzureichend, ja bisweilen absurd sind. (Dies gilt besonders für die antifreimaurerischen Mythen des 19. Jahrhunderts, die „Taxil-Affäre“ u.a.). Doch dank den Forschungen der zeitgenössischen Soziologen und Religionshistoriker (insbesondere Mircea Eliades) wissen wir, dass eine auf den ersten Bild unzutreffende Einschätzung dieser oder jener geschichtlichen Phänomene durch verschiedene Schichten der Gesellschaft von tiefverankerten unbewussten Archetypen künden kann (und in den meisten Fällen auch kündet), welche konkrete Fakten und Geschehnisse auf mythologische Paradigmen zurückführen, auch wenn letztere sich einer rationalen Betrachtungsweise weitgehend entziehen mögen. Beispielsweise zeugen das dem russischen Bolschewismus eigene messianische Pathos und seine klaren Analogien zum auf Neuguinea praktizierten Hexenkult (vgl. M. Eliade, Mephistopheles und das Androgyne) vom zutiefst archaischen Charakter gewisser Schichten des Volkes, welches das Russische Imperium vor der Oktoberrevolution bewohnte, und von der Hartnäckigkeit, mit der sich manche mythologische Komplexe auf der Ebene des kollektiven Unterbewusstseins hielten. Genau so verhält es sich auch mit der landläufigen „Konspirologie“. Ihre Radikalität sowie ihr Hang zur Vereinfachung sind lediglich Zeichen dafür, dass sie gewissen archaischen Bewusstseinsschichten entspricht, welche sich auf rationalem Wege nicht vollumfänglich erklären lassen, jedoch trotzdem aus der Tiefe nach aussen drängen und danach streben, ihrer stummen und zuweilen wirren Botschaft von der „Gefahr der Weltverschwörung“ Gehör zu verschaffen. Dass eine Neigung zur Konspirologie einerseits häufig mit einer tatsächlichen psychischen Störung verbunden ist und andererseits viele Geisteskranke natürlich und spontan ohne vorhergehende Präparierung in grossen Zügen die Etappen der „konspirologischen Logik“ nachvollziehen (man halte sich nur die verschiedenen Varianten manisch-depressiver Störungen vor Augen), beweist ein weiteres Mal die Verwurzelung des Problems der „Verschwörung“ in den Grundschichten der menschlichen und sozialen Psyche und ist durchaus keinen Beweis dafür, dass die Verschwörungstheorie „das Produkt einer psychischen Störung“ ist. Hier gilt eine umgekehrte Logik. Die aus unterschiedlichen Gründen auftretende Schwächung der rationalen individualisierten Bewusstseinsstrukturen offenbart einen tieferen Inhalt der Psyche, und nur die Erhellung dieses Inhalts (nicht aber die Flucht vor ihm) kann zur Bildung einer wahrhaftig vollwertigen Persönlichkeit führen; als ideales Beispiel für eine solche können beispielsweise die orthodoxen religiösen Mystiken dienen, welche die psychischen Abgründe mit dem Licht einer konkreten, rationalen, ja sogar suprarationalen Theologie erfüllen.

Wie dem auch sei: Die „Konspirologie“ an sich ruft gebieterisch nach einer planmässigen Analyse und Erforschung. Wir haben uns die Aufgabe gestellt, eine solche zu verwirklichen (oder zumindest im Rahmen des Möglichen in Angriff zu nehmen); sie wird sich für alle an dieser Thematik interessierte Forscher, aber auch für die Anhänger und Widersacher der ungemein heiklen „Verschwörungstheorie“ als nützlich erweisen.


Das grundlegende konspirologische Modell

Betrachten wir nun, was man eigentlich im weitesten Sinne unter einer „Verschwörung“, oder genauer gesagt unter einer „Verschwörung im Weltmassstab“, versteht. Die Idee einer solchen „globalen Verschwörung“ stellt nämlich die Grundlage der „Konspirologie“ auch in jenen Fällen dar, wo es lediglich um die Erklärung einer begrenzten, lokalen Verschwörung geht.

Schematisierend lässt sich sagen, dass das Ausgangsaxiom der Konspirologie in der Vorstellung vom Vorhandensein einer geheimen Gesellschaft besteht, deren Mitglieder danach streben, sich die Welt untertan zu machen und eine vollkommen neue Ordnung zu schaffen, in der sie die Schlüsselpositionen einnehmen und die unumschränkte Herrschaft ausüben werden. Wichtig ist dabei, dass die angeblich angestrebte Ordnung nicht einfach irgendeine Ordnung sein wird, sondern eine der zum gegebenen Zeitpunkt oder „gestern“ bestehenden direkt entgegengesetzte. Die Geheimgesellschaft selbst besteht nicht einfach aus zwar „schlechten“, aber trotzdem „gewöhnlichen“ Menschen, sondern aus speziellen „Genies des Bösen“, die darüber hinaus im Vergleich zur „normalen“, „natürlichen“ Menschheit eine fundamentale, typische Anomalie aufweisen.

Aus dem bisher Gesagten ergeben sich folgende Punkte:

1. Im Zentrum der „Verschwörung“ stehen Menschen.
2. Diese Menschen verbergen sich hinter dem Mantel eines Geheimnisses.
3. Diese Menschen sind ihrem Wesen nach grundsätzlich verdorben.
4. Das Ziel der „Verschwörung“ besteht in der Schaffung einer „Antirealität“, die der „Antinormalität“ der Verschwörer selbst entspricht.
5. Das negative Ziel der „Verschwörung“ liegt in der Vernichtung der „natürlichen“, „normalen“ Ordnung der Dinge, die eine „Hürde“ oder ein „Hindernis“ darstellt (oder zumindest in der Unterwerfung und Unterjochung der „normalen“ Realität.

Der erste dieser Punkte ist durchaus keine tautologische Behauptung. Er stellt im Gegenteil einen fundamentalen Aspekt der modernen (d.h. nach der Epoche der Aufklärung entstandenen) Konspirologie dar, im Gegensatz zu analogen Konzepten, die in den traditionellen sakralen Gesellschaften bestanden. Im Prinzip anerkennen sämtliche religiösen Doktrinen – aber auch manche weltliche Lehren wie der Marxismus mit seiner Theorie von der „Veränderung der ökonomischen Gesellschaftsformationen“ - das Vorhandensein gewisser Ziele, einer gewissen Logik und gewisser vorbestimmten Etappen in der Geschichte. Doch im allgemeinen machen die Religionen für den zyklischen Verlauf der Geschichte, die sich fortlaufend von ihrem sakralen Urquell entfernt und sich somit fortwährend verschlechtert, unpersönliche, verhängnisvolle oder schicksalhafte Kräfte oder nichtmenschliche Vollstrecker der Vorbestimmung verantwortlich – Engel, Dämonen, Geschöpfe der Finsternis, welche die Menschheit auf ihren eschatologischen Fall sowie auf ihre Auflösung zutreiben. In der modernen Konspirologie hingegen wird in jedem Fall der spezifisch menschliche Charakter der Verschwörung hervorgehoben; die teleologischen Ideen von der Vorbestimmung spielen in der Regel lediglich eine Nebenrolle (und auch dies nur bei einem bestimmten Typ von Konspirologien). Die „Verschwörung“ ist unbedingt eine „Verschwörung von Menschen“, und nicht zufällig fällt das Erscheinen der historischen Konspirologie mit der Epoche der Aufklärung zusammen, als der „humanistische“, „rein menschliche“ Faktor für den massgeblichen Teil der Menschheit
kulturell zu dominieren begann (im Westen wohlverstanden).

Alles in allem bedeutete die Neuzeit einen schroffen Bruch mit den letzten inerten Überresten der sakralen Zivilisation in Europa, die in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters rasch zu zerfallen begannen. Die Neuzeit wurde zum Triumph „des Menschen“, der als causa sui betrachtet wurde. Parallel zum Vormarsch des „Humanismus“ in allen Sphären der Kultur nahm die historische Prädestinationslehre, die sich noch Jahrhunderte nach dem Zusammenbruch der religiösen Zivilisation im Westen hielt, die Form des Glaubens an eine „geheime Gesellschaft“ von Menschen an, die für den negativen historischen Gang der Geschehnisse verantwortlich waren, für jedes „Übel“, welches Gesellschaft und Zivilisation in weltweitem Massstab heimsuchte.

Somit ist die Konspirologie in den meisten Fällen mit einer „weltlichen“, „laizistischen“, „nichtreligiösen“ Einstellung zur Logik der Geschichte verbunden. Doch gleichzeitig ist das typische konspirologische Bewusstsein in der Praxis von der Vorstellung geprägt, dass diese Entwicklung der Geschehnisse unvermeidlich ist. Diese Vorstellung ist ein Rudiment der sakralen Weltanschauung. Genauer gesagt, für die Konspirologie als Ganzes ist kennzeichnet, dass „weltliche“ und „religiöse“ Motive (bzw. „Humanismus“ und „Fatalismus“) Hand in Hand gehen, und diese (meist unbewusste) Verknüpfung erklärt die besondere Extravaganz, die konspirologischen Konzepten im allgemeinen eigen ist.

Dass die Gesellschaft der „Verschwörer“ geheim ist, folgt auch daraus, dass die Vertreter der Verschwörungstheorie den Mechanismus der Geschichte ebenfalls doppelbödig auffassen. Einerseits ist diese Verschwörergesellschaft dem Blick gewöhnlicher Menschen verborgen, so wie die diesseitigen Kräfte des Bösen dem Gläubigen verborgen sind. Andererseits weist dieselbe Gesellschaft auch eine bestimmte soziale Struktur auf und ist keinesfalls dem „dämonischen Gefolge des Teufels“ oder dem „Heer der Asuren“ (Dämonen) - so die hinduistische Vorstellung - gleichzusetzen.

Genau so ist auch die „neue Weltordnung“, die das Ziel der „Verschwörer“ bildet, mystisch wie das „apokalyptische Reich des Antichristen“, jedoch gleichzeitig menschlich rational, nur eben gemäss einer besonderen, perversen, jedoch ebenso „humanistischen“ Logik. Beispielsweise werden anstelle der „Besten“ in ihr die „Schlechtesten“ herrschen; anstelle von „Normen“ wird in ihr die „Pathologie“ zum Gesetz erklärt werden, etc.

Schliesslich weist die Aggression der „Verschwörer“ gegen den „Status quo“ einer konkreten Gesellschaft unweigerlich die immer gleiche Stossrichtung auf: Sie richtet sich unabänderlich gegen das zum jeweiligen Zeitpunkt Bestehende, unabhängig von seiner Qualität. Für das religiöse Bewusstsein steuert die Verschlechterung der Realität somit konstant in der gleichen Richtung und steuert auf eine ständig zunehmende Auflösung bis zur finalen eschatologischen Katastrophe zu, auf die eine neue Vereinigung mit dem Urquell folgt. Deshalb ist für die Konspirologen der Verlauf der Geschichte an sich negativ und nicht bloss diese oder jene konkrete Phase. Dieser Hass auf die Gegenwart wird von den „Verschwörern“ denn auch in jeder konkreten Epoche je nach dem Wandel der Gesellschaftsstruktur und der politischen Prioritäten instrumentalisiert.

Die erwähnten Momente tragen dem halbunbewussten Charakter der konspirologischen Konzepte Rechnung, in denen ein verschwommenes Verständnis des sakralen Determinismus der Geschichte und ihrer zyklischen Vorausbestimmung als „archaisches, inertes und unbewusstes religiöses Element“ fungiert und die positivistisch-humanistische Vorstellung vom „Menschen als Schöpfer der Geschichte“ die Funktion des „rationalen Überbaus“ erfüllt. Damit erklärt sich übrigens auch die bei Konspirologen häufig zu beobachtende Tendenz zur mentalen Pathologie als Resultat des Ineinandergreifens zweier verschiedenartiger Koordinatensysteme beim Herantreten an ein und dieselbe Realität. Deshalb nehmen die „Verschwörer“ selbst in den Augen ihrer Entlarver den Charakter recht eigentlicher Monstren an, in denen das „Menschliche“ (einschliesslich der menschlichen Laster) sich mit dem „Unmenschlichen“ paart und dadurch die Ausgangsposition der Konspirologen selbst widerspiegelt, in deren Bewusstsein beide Ebenen in der Regel ineinander übergehen.


Konspirologie und Traditionalismus

Unternehmen wir einen kleinen Abstecher auf eine anderes, doch mit der Konspirologie verknüpftes Gebiet. Wir denken dabei an das, was man heute mit einem gewissen Grad an Zurückhaltung das „traditionelle Denken“ (la pensée traditionelle“) nennt. Dabei handelt es sich um eine besondere Richtung des Denkens, das die moderne Welt einer erbarmungslosen Kritik unterzieht. Im Gegensatz zur überwältigenden Mehrheit der Kritiker der modernen Zivilisation berufen sich die Traditionalisten nicht auf „humanistische“ oder „progressive“ Werte, sondern auf die Werte der integralen Tradition, die als „totales Phänomen“ aufgefasst wird, welchem sämtliche Aspekte des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens untergeordnet werden. Der hervorragendste Vertreter dieser Richtung war der französische Esoteriker René Guénon, der die Grundprinzipien der „traditionalistischen“ Denkweise begründete. Nachträglich zählte man die bedeutenden „theokratischen Konspirologen“ des Westens wie Donoso Cortez und Josef de Maistre, aber auch einige Schriftsteller der „okkulten Richtung“ (und zwar in erster Linie Saint-Yves d’Alveydre) bereits nach Guénon zu den Vorläufern des Traditionalismus. Dennoch wurden Guénon sowie die Denker, auf die er entscheidenden Einfluss ausgeübt hat, zu „Traditionalisten“ im vollen Sinne dieses Begriffs.

Konspirologische Motive standen und stehen für die Traditionalisten nicht im Mittelpunkt, doch haben sie bei ihnen seit jeher ungeheures Interesse erweckt (davon zeugt beispielsweise die Tatsache, dass Guénon selbst eine Zeitlang mit dem bekannten Konspirologen und Antifreimaurer Abel Claren de la Rive zusammengearbeitet und unter dem Pseudonym „Sphinx“ sogar für dessen Zeitschrift „Das antifreimaurerische Frankreich“ geschrieben hat). Entscheidend ist auch nicht, dass die Konspirologie das Bewusstsein der Traditionalisten in gewissem Ausmass geprägt hat. Wichtiger ist, dass gerade die Traditionalisten zuerst und mit äusserster Schärfe das intellektuelle und historische Paradigma eines Phänomens formuliert haben, das bei den gewöhnlichen Konspirologen „Verschwörung“ genannt wird. Die Traditionalisten, welche die unanfechtbare Autorität der sakralen und religiösen Tradition voll und ganz anerkennen und die Anwendung der traditionellen Lehren mit äusserster Konsequenz auf die gesamte Sphäre der zivilisatorischen und historischen Phänomene anwenden, waren (wenigstens theoretisch) frei von den Vorurteilen des „humanistischen“ und „positivistischen“ Bewusstseins, welche im Grunde auch die Mentalität der Konspirologen prägten. Deswegen konnte der Traditionalismus das, was die Anhänger der „Verschwörungstheorie“ nur „halbbewusst“ anstreben, unbefangen beleuchten und aussprechen. Gleichzeitig konnte gerade die traditionalistische Auffassung dieses Problems die Fehler, Übertreibungen und Missverständnisse übertünchen, die der rein konspirologischen Methodik eigen sind.

Vom Standpunkt der Traditionalisten aus ist die Geschichte in ihrer Gesamtheit sakral, da sie einen nicht-menschlichen (göttlichen, engelhaften) Urquell sowie ein nicht-menschliches Ziel besitzt. Die Logik der sakralen Geschichte ist durch die metaphysische Struktur des Seins bestimmt und untersteht einzig und allein dem Gesetz der höheren göttlichen Vorsehung. Der Mensch spielt in dieser Geschichte lediglich eine rein symbolische und rituelle Rolle. Er vertritt und imitiert auf der irdischen Welt das himmlische Prinzip, er verwirklicht in dieser Existenz den göttlichen Plan der Vorsehung. In dieser Perspektive ist der Mensch das Gefäss des Nicht-Menschlichen, des Göttlichen (erinnern wir uns an die berühmte Stelle aus den Psaltern: „Ich sagte: Götter seid ihr“). Doch gleichzeitig ist die Struktur der sakralen Geschichte dem Gesetz der Degradierung, der Involution, unterworfen, denn gleich nach der ihrer Essenz, ihrem Wesen nach segensreichen Schöpfung (Offenbarung) der Welt steht eben dieser Welt lediglich ein Entwicklungsweg offen – der Abfall von seinem Urquell (der entgegengesetzte Weg, die Rückkehr der Welt in den Schoss des Schöpfers, würde das Aufhören ihrer Existenz als eines vom Schöpfer getrennten Entität bedeuten, d.h. das Aufhören der Welt als solcher, ihr Ende). Die Welt, die Schöpfung (und nicht Schöpfer) bleibt, entwickelt sich auf ihren Zerfall, ihre Verschlechterung hin, wobei sie ihre Ähnlichkeit mit dem Prinzip mehr und mehr verliert. Wenn der Zyklus der Welt sein Minimum (d.h. die maximale Degradierung) erreicht, erfolgt eine augenblickliche Reintegrierung, die Rückkehr der losgerissenen Realität in den Schoss des Urquells. Die pulsierenden Zyklen (Erscheinung – beständiger Niedergang – sofortige Auferstehung) stellen den Grundinhalt des Paradigmas der sakralen Geschichte in ihrer allgemeinsten Form dar. Der Mensch in seiner Welt erweist sich als eines der Elemente des sakralen Komplexes, was darauf hinausläuft, dass auch die menschliche Geschichte ein Prozess der zyklischen Degradierung vom paradiesischen engelhaften Status des ursprünglichen Adams des Goldenen Zeitalters bis hin zu den gefallenen, dämonisierten „Nicht-Menschen“ der apokalyptischen Periode ist, nach deren Abschluss auf geheimnisvolle Weise eine neue sakrale Menschheit des folgenden Goldenen Zeitalters auftritt.

Im Rahmen dieses Bildes erwirbt die Rolle des menschlichen Faktors in der Geschichte die Eigenschaft der Doppelbödigkeit. Einerseits erfüllen die Menschen bloss die Pläne der Vorsehung, wobei sie sich der objektiven Logik des Zyklus beugen; andererseits sind sie selbst die Akteure dieser Geschichte, da auf irdischer Ebene gerade der Mensch (im sakralen Verständnis dieses Begriffs, d.h. der „höhere Mensch“ als Träger des metaphysischen Bewusstseins) gegenüber den anderen Wesen das Prinzip vertritt. Da die Menschen vom traditionalistischen Standpunkt aus gesehen einander substantiell und prinzipiell nicht gleich sind, existiert auch in der Sphäre der Geschichte einer Hierarchie verschiedener Typen von Menschenwesen. Die einen stehen dem Willen der Vorsehung näher und sind aktive Teilnehmer an der Geschichte; andere stehen ihm ferner und spielen deshalb im Gang der Geschichte nur eine passive Rolle. In rein menschlicher Perspektive (d.h. unter Ausklammerung des Plans der Vorsehung) gilt der erste Menschentyp als der herrschende und der zweite als der beherrschte; so verhält es sich auch tatsächlich. Doch da die sakrale Hierarchie der Tradition auf dem Primat der Einheit gegenüber der Vielheit und der Qualität gegenüber der Quantität beruht, muss sich die Hierarchie der Herrschenden natürlich mit zunehmender Annäherung an den Gipfel verengen, wo sich der symbolische Eine und Einzige befindet – der König der Welt, der Gottmensch, der Vermittler, der Grosse Mittler zwischen der Erde (den Menschen) und dem Himmel (dem Geist). Diese symbolische Figur (der Chakravarti der indischen Lehre, der heilige Kaiser der chinesischen Tradition, der König-Messias des Judentums etc.) ist der Quell der irdischen Macht und das Zentrum, das die irdische menschliche Geschichte in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Vorsehung bestimmt. Doch dieses Wesen ist bereits kein Mensch im eigentlichen Sinne dieses Wortes mehr. Es ist etwas Grösseres – Er, der Gott-Mensch, der menschgewordene Engel (vgl. R. Guénon, „Der König der Welt“).

Da wir der Meinung der Traditionalisten und der Tradition selbst zufolge heutzutage in der Endperiode eines Zyklus leben, in einer Epoche der Verfinsterung und eines extremen Abfalls der Schöpfung vom Schöpfer (und hierhin stimmen die Überzeugungen aller authentisch sakralen Religionen – Hinduismus, Islam, Christentum, Buddhismus, Taoismus, ja selbst die archaischsten fetischistischen und degradierten Kulte überein), verfinstert sich auch das sakrale Prinzip selbst und entzieht sich der Erkenntnis der Menschen; dies heisst, dass sich auch die Figur des „Königs der Welt“, des höchsten Vollstreckers des Plans der Vorsehung auf Erden, sowie des Zentrums der Geschichte, sich hinter einem Vorhang des Geheimnisses verbirgt und aus dem Spektrum der allgemeinen Aufmerksamkeit verschwindet, sich in geheimnisvolle unzulängliche Regionen zurückzieht. Doch dass das Prinzip in die Ferne entrückt, bedeutet keineswegs sein tatsächliches, vollständiges Fehlen; es ist auch weiterhin allgegenwärtig und zentral, doch nur auf besondere, geheime Weise. Die geheime Tätigkeit des „Königs der Welt“ sowie der von ihm auserkorenen Mitstreiter wird selbst in den finstersten und profansten Epochen nicht einen Augenblick lang unterbrochen.

Da die Degradierung der Welt gemäss der Göttlichen Logik eine metaphysische Notwendigkeit darstellt, braucht es andererseits auch Verwirklicher dieser Degradierung, Träger der Zerstörung. Und da wir es mit Menschenwesen zu tun haben, müssen die Träger der Kräfte der Zerstörung ebenfalls unter den Menschen zu suchen sein. In der Theologie werden die Kräfte der Destruktivität und Degradierung in der Gestalt des Teufels personifiziert, des gefallenen Engels. Die metaphysische Perspektive des Traditionalismus bezeichnet das Zentrum der Kräfte der Zerstörung als „Gegen-Inititiierung“, d.h. einen besonderen Typ der Tradition, wo alle Proportionen verzerrt sind und alles in sein Gegenteil verkehrt wird. Dieses Zentrum beherrscht ein parodienhafter, umgekehrter „König der Welt“, jener, den das Evangelium den „Fürsten dieser Welt“ nennt. Das Demonstrativpronomen „dieser“ unterstreicht den nachäffenden Charakter der Gegen-Initiierung, welche die Struktur des Zentrums der „von oben“ wirkenden Macht der Vorsehung, die vom wahren „König der Welt“ regiert wird, in umgekehrter Perspektive („von unten“, „rein diesseitig“) reproduziert. Es entspricht der Natur der Dinge, dass auch die Gegen-Initiierung eine menschliche Projektion besitzt, d.h. einen besonderen Menschentyp, der den Willen des Verhängnisses bewusst vollstreckt und sich dabei den Kräften der Zerstörung unterwirft. Dieser Typ von Menschen, von „Agenten“ des „Fürsten dieser Welt“, nennt die islamische Tradition „Avlin-esch-Scheitan“ (wörtlich: „heilige Satane“). Das Wirken des gegen-initiatorischen Kreises von Menschen muss unbedingt vor unbefugten Blicken verborgen bleiben, weil die Ziele und Aufgaben der Konspiration die „neutralen“ Menschen, in denen sich stets zumindest Überreste eines sakralen und religiösen Gefühls bewahrt haben, zwangsläufig erschrecken müssen.

So bestätigt der traditionalistische Blick auf die Metaphysik der Geschichte die Existenz eines geheimen Zentrums der menschlichen Geschichte, welches dazu noch aus zwei entgegengesetzten Teilen besteht – einem Zentrum der Vorsehung („der König der Welt“) und einem Zentrum der Gegen-Initiierung („der Fürst dieser Welt“). Die Degradierung der Welt fügt sich unstrittig in die Pläne der göttlichen Vorsehung ein und dient einem höheren, transzendenten Ziel (was letzten Endes darauf hinausläuft, dass auch der „Fürst dieser Welt“ selbst nichts weiter als ein Instrument des wahren und einzigen allmächtigen „Königs der Welt“ ist), aber dennoch klafft im Prozess der Geschichte zwischen den beiden Polen der geheimen Macht ein Abgrund; sie stellen die historischen und geistigen Extreme der Menschheit dar, das Extrem der Erhabenheit und Heiligkeit sowie jenes des Falls und der Sünde. Zwischen den beiden Polen der geheimen Macht tobt die ganze Geschichte hindurch ein unversöhnlicher Kampf, welcher den letzten und tiefsten Inhalt des globalen Zyklus der Menschheit darstellt. (Vgl. R. Guénon, Die Herrschaft der Quantität und die Zeichen der Zeit; J. Evola, Revolte gegen die moderne Welt).

So bietet die traditionalistische Perspektive uns ein vollständigeres und komplexeres Bild des sakralen Hintergrundes der Konspirologie. Das Wichtigste ist unserer Meinung nach freilich, dass es die gängige konspirologische Optik nicht erlaubt, einen klaren Unterschied zwischen dem geheimen Zentrum der Vorsehung und dem Zentrum der Konspiration zu machen; deshalb besteht bei konspirologischen Forschungen stets die Gefahr, dass man den „König der Welt“ mit dem „Fürsten dieser Welt“ verwechselt (desgleichen auch jene, die sie als Diener und mit einer besonderen geschichtlichen Mission betrauten Gefolgsleute auserwählt haben); dies macht dieses Forschungsgebiet für inkompetente Forscher ausserordentlich gefährlich und liefert eine teilweise Erklärung für den alarmierenden Beigeschmack, den die Konspirologie insgesamt aufweist, sowie für das oft unerklärlich tragische Schicksal der Konspirologen selbst. Da die Konspirologen nicht in der Lage sind, innerhalb des geheimen Zentrums der „Verschwörung“ zwei miteinander im Widerstreit stehende Kräfte zu erkennen, verbinden sie Dinge, die so weit voneinander entfernt sind wie Wasser und Feuer, Paradies und Hölle, und deshalb ist ihre Intuition dazu verurteilt, immer nur ein besorgniserregender „Verdacht“ zu bleiben, bei dem die höchste Wahrheit fest mit einer ungeheuerlichen Lüge verkettet ist.


Konspirologische Varianten

Bevor wir zu einer allgemeinen konzeptuellen Übersicht über die konkreten konspirologischen Modelle übergehen, wollen wir die am häufigsten anzutreffenden Varianten der „Verschwörungstheorie“ aufzählen:
1. „Die freimaurerische Verschwörung.“ Dieses Thema ist für die Konspirologen religiöser Orientierung am charakteristischsten: Katholische Integristen sowie konservative und fundamentalistische Orthodoxe. Bei der Entlarvung der Freimaurerei stehen traditionell theologische Beweggründe im Vordergrund.
2. „Die jüdische Verschwörung.“ Dieses „bedeutsame“ konspirologische Konzept weist zwei Grundversionen auf: Die theologische (bei der die religiösen Aspekte des Judentums Zielscheibe der Kritik sind) und die rassistische (hier geht es um die nationale Eigenart der Juden und ihre rassische Mission).
3. „Die Verschwörung der Bankiere“ oder, allgemeiner, die „wirtschaftliche Verschwörung“. Hier berührt sich die Konspirologie mit der Politologie, der Wirtschaftswissenschaft und der Soziologie. Einige Aspekte dieser konspirologischen Variante fallen mit den politischen Doktrinen des Marxismus zusammen.
4. „Die Verschwörung der Habenichtse“ oder „die bolschewistische Verschwörung“. Diese Konzeption entspricht einem Klischee des europäischen Massenbewusstseins.
5. „Die mondialistische Verschwörung“. Es ist dies die neuste Form der Konspirologie; sie enthüllt die Pläne der „geheimen Weltregierung“ im Verlauf der letzten Jahrzehnte. Die Besonderheit dieser Variante der Konspirologie liegt darin, dass die Vereinigten Staaten von Amerika als besonderes geopolitisches Zentrum mit spezifischen und in in mancher Hinsicht höchst suspekten kulturellen und futurologischen Konzepten das hauptsächliche Forschungsgebiet darstellen.
6. „Die Verschwörung der Sekten“. Als neue Version dieses bereits recht alten konspirologischen Themas lässt sich das Konzept der „neospiritualistischen Verschwörung“ herausschälen, welche sich der politischen Aktivität neomystischer Gruppen und Bewegungen zuwendet.

Fassen wir die Besonderheiten jedes dieser Konzepte nun in geraffter Form zusammen.


Der geschürzte Teufel mit Hammer und Schaufel

Die Theorie von der „freimaurerischen Verschwörung“ nahm mit der Epoche der Französischen Revolution klare Konturen an, auch wenn bereits früher, im 18. Jahrhundert, seriöse antifreimaurerische Schriften erschienen waren (vgl. das 1748 von sechs Doktoren der Sorbonne verfasste Traktat Schrift und Konsultation bezüglich der Freimaurer). Die fundamentalsten Werk, die den freimaurerischen und antireligiösen Charakter der Französischen Revolution anprangerten, waren die 1779 bzw. 1797 erschienenen Schriften des französischen Abtes August Barruel und des Engländers John Robinson. Bemerkenswerterweise gehörte Robinson einer englischen Freimaurerloge an, doch eine Reise durch Europa, insbesondere Frankreich und Deutschland, überzeugte ihn vom radikalen Unterschied zwischen dem „antireligiösen“ kontinentalen Freimaurertum und der gegenüber der Kirche voll und ganz loyalen englischen Maurerei. Der Titel von Robinsons Hauptwerk spricht für sich selbst: Beweise für eine Verschwörung gegen alle Religionen und alle Staaten Europas, die auf Versammlungen der Illuminaten, der Freimaurer und der literarischen Gesellschaften gesammelt wurden (London 1979). Auffallenderweise war der zweite Entlarver der „freimaurerischen Verschwörung“, ein unversöhnlicher Feind der Revolution, ebenfalls ein Freimaurer des höchsten Einweihungsgrades: Josephe de Maistre, der als Begründer des „absoluten theokratischen Konservativismus“ sowie als „Vater der weltweiten Konterrevolution“ galt.

Die Argumentation Barruels und seiner Nachfolger lief insgesamt auf folgendes hinaus: Die Freimaurerei stellt keine philanthropische, sekuläre Organisation unschuldiger humanitärer Sonderlinge und Gelehrte dar, wie man im 18. Jahrhunderte allgemein glaubte, sondern eine Geheimgesellschaft antichristlicher und satanistischer Stossrichtung, zu deren Zielen die Vernichtung der Kirche und der europäischen monarchistischen Mächte, die Errichtung einer blutigen Diktatur und die Einführung dämonischer Kulte gehört. Diese Gesellschaft besitzt eine jahrhundertelange Geschichte und ist für die hauptsächlichen Katastrophen der europäischen christlichen Geschichte verantwortlich. Unter der Maske des Liberalismus und des Freidenkertums verbergen sich totaler Atheismus und Tyrannei, und die äusserliche Einfältigkeit der freimaurerischen Rituale dient lediglich dazu, deren straffe und weitverzweigte internationale kosmopolitische Struktur zu vertuschen, welche die gesamte Welt umfasst. Die Französische Revolution war eine Manifestation dieser teuflischen Kraft.

Sämtliche freimaurerischen Rituale wurden von Barruel in dämonischem Sinne umgedeutet, und der Freimaurerei wurden Dämonenkult, alle Arten von gotteslästerlichen und frevlerischen Taten, schwarze Messen etc. zur Last gelegt.

Schon in den ersten antifreimaurerischen Büchern schimmern typische und beharrliche Gleichstellungen durch: „Die Freimaurerei ist ein sozialer und politischer Auswuchs des Satanismus“, „Der Freimaurer ist ein Mörder, ein Lüstling, ein Atheist und ein Gottesfeind“. In späteren konspirologischen Schriften finden sich so gut wie keine neuen theoretischen Ergänzungen; in den Büchern, welche die „geschürzten Teufel mit Hämmern und Schaufeln“ entlarven, tauchen lediglich immer neue Fakten und Interpretationen von Fakten auf.

Ein Jahrhundert darauf erliess Papst Leo III eine antifreimaurerische Bulle, die folgenden Aufruf enthielt: „Reisst der Freimaurerei die Maske herunter, zeigt sie so, wie sie ist!“ Auf der neuen Welle der Antifreimaurerei ritten auch bedeutende Konspirologen wie Armand-Joseph Fave, Paul Kopen-Albaniselli, de Bessonyer (bekannter unter dem Pseudonym Gabriel Sularka), Abel Claren de la Rive und schliesslich Leo Taxil auf, der das satanische Wesen der Freimaurerei geisselte, aber später zugeben musste, dass er sich der Fälschung und der Verzerrung der Fakten schuldig gemacht hatte, was seinerzeit in der ganzen katholischen Welt einen ungeheuren Skandal heraufbeschwor.

Im 20. Jahrhundert führten der polnische Aristokrat Emmanuel Malynski mit seinem 25-bändigen Werk „Die Mission des Gottesvolkes“ sowie sein Koautor Leon de Ponsen, Herausgeber einer Zeitschrift mit dem klassischen Titel Konterrevolution, diese Linie fort.

In Russland fanden die antifreimaurerischen Schriftsteller des Westens (und natürlich in erster Linie des westlichen Katholizismus) Unterstützung bei Autoren wie Alexei Schmakow und Alexander Seljaninow, die mit dem Gedankengut der westlichen Konterrevolutionäre vertraut waren und diese gegenüber der russischen Öffentlichkeit nicht nur anhand einheimischen Materials nahebrachten, sondern auch ein orthodoxes Element in das theoretische Gerüst der antifreimaurerischen Polemik einbrachten. Doch zur bedeutendsten Figur (zumindest wenn man den Einfluss seiner Enthüllungen auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts zum Gradmesser nimmt) wurde Sergei Nilus, der die bekannten Protokolle der Weisen von Zion veröffentlichte, in welchen die „Verschwörungstheorie“ in ihrer grellsten und eindrücklichsten Form von den „Verschwörern“ selbst dargelegt wurde.

Es sei darauf hingewiesen, dass in praktisch allen Werken antifreimaurerischer Schriftsteller eine streng konservative, „konterrevolutionäre“ Einstellung eigen ist; das Grundmuster ist und bleibt stets dasselbe. Die Entlarvung der Freimaurerei erfolgt nach dem immer gleichen traditionellen Schema.

Auch heute wiederholen die antifreimaurerischen Konspirologen faktisch das, was bereits Barruel gesagt hat. Dies gilt sowohl für Europa, wo konterrevolutionäre, katholisch-integristische (und somit implizit antifreimaurerische) Stimmungen in den letzten Jahren in gewissen politischen und kirchlichen Kreisen wiederum Auftrieb erhielten, als auch in Russland, wo die Protokolle der Weisen von Zion in unseren Tagen bei Menschen, die sich in ihren politischen Ansichten grundlegend unterscheiden, auf Interesse stossen.

Bemerkenswert ist, dass die dreihundertjährige hitzige Polemik zwischen Antifreimaurern und Anhängern der Freimaurerei mit allen hüben und drüben angeführten Beweisen, Entlarvungen, Hintergrundenthüllungen und lärmigen Kampagnen in der Presse niemanden auch nur im geringsten von irgendetwas überzeugt hat (und anscheinend auch nie jemanden überzeugen wird). Wenn konspirologische antifreimaurerische Stimmungen aufkeimten, dann durchaus nicht darum, weil die Argumente jener, welche die Freimaurerverschwörung anprangerten, besonders schlagkräftig gewesen wären, genau so wenig wie ihr Abflauen die Folge der Überzeugungskraft der freimaurerischen Dementis gewesen wäre. In der Konspirologie besassen Beweise kaum je irgendwelches Gewicht, und ungeachtet aller ins Feld geführten Fakten haben die Konspirologen mit unerschütterlicher Beharrlichkeit an ihren ursprünglichen Paradigmen festgehalten, welche sich merkwürdigerweise mit der Zeit fast gar nicht ändern und im zwanzigsten Jahrhundert nicht weniger Anhänger finden als im achtzehnten.

Die antifreimaurerische These zeichnet sich durch ungemeine Beständigkeit aus, was zumindest davon zeugt, dass sie mit gewissen tatsächlichen psycho-politischen Archetypen übereinstimmt, die nicht nur bei den einander doch so unähnlichen Generationen der letzten drei Jahrhunderte ähnliche intuitive Befürchtungen wecken, sondern möglicherweise auch die freimaurerische Welt selbst berühren, die in dieser seltsamen politisch-kulturellen Bewegung vielleicht das Vorhandensein eines zweiten, den Brüdern des Tempels selbst bisweilen unbekannten Bodens entdecken.


„Töte den Besten unter den Goyim“!

Eng, manchmal sogar untrennbar mit dem Konzept der „freimaurerischen Verschwörung“ ist jenes der „jüdischen Verschwörung“ verbunden. Diese Verbindung fand ihren Widerhall in dem für die Konspirologie kennzeichnenden Ausdruck „jüdisch-freimaurerische Verschwörung“, der zum weitverbreiteten Klischee geworden ist - sowohl bei den Widersachern der „Verschwörung“ als auch in der gegen die Verschwörungstheorie gerichteten Propaganda, die sich beständig bemüht, die Substanzlosigkeit und Absurdität dieser Wortverbindung nachzuweisen. Dennoch ist die antifreimaurerische Konspirologie mit der antijüdischen durchaus nicht immer identisch, und zwar besonders deshalb, weil die Feindschaft gegen das Freimaurertum eine fast ausschliessend religiöse und konterrevolutionäre Doktrin ist und sich in erster Linie auf religiöse Argumente stützt, während die Judenfeindschaft oft keinerlei Zusammenhang mit irgendeiner Religion aufweist und in diesem Fall auf einer rein rassischen oder ethnischen Argumentation fusst.

Natürlich war der historische Antijudaismus genau wie die Feindschaft gegen die Freimaurerei vorwiegend christlich. Dass das Judentum Jesus Christus nicht anerkannt hat, gab den Anstoss zu einem fundamentalen Gegensatz zwischen zwei religiösen Grundeinstellungen, welcher dadurch, dass das Christentum in gewisser Weise an das Judentum anschliesst, noch verstärkt wurde. Ausserdem ist ein unverkennbar antijüdisches Pathos einer Reihe von Stellen des Neuen Testaments eigen. Ins Gewicht fällt jedoch vor allem, dass sich zahlreiche Passagen des Talmud durch einen unversöhnlichen, von rein jüdischer Warte aus theologisch begründeten Hass sowohl gegen Jesus Christus als auch gegen die christliche Kirche auszeichnen. Im Gegensatz zum Islam oder anderen Traditionen, deren allgemeine religiöse Perspektive der religiösen Dogmatik des Christentums allzu fern stehen, ist die ganze mit dem Neuen Testament, seiner Deutung, der Dechiffrierung der Gestalt des kommenden Messias etc. verknüpfte Problematik für das Judentum von unmittelbarem Belang. Dies führte zwangsläufig zu einer Feindschaft gegen die christliche Doktrin, die durch den Heiligen Apostel Paulus das Ende der „Ära des Gesetzes“ (und damit auch der mit dieser Ära verbundenen theologischen Methodologie) sowie den Beginn einer neuen „Ära der Gnade“ verkündete, die mit der Verkörperung des Wortes Selbst, des Christus Emmanuel, gekommen war und die sakralen Proportionen der religiösen Weltanschauung radikal veränderte. Auf diese Weise wurde das Judentum nach dem Kommen Jesu Christi zum natürlichen und dominierenden theologischen Gegner der Kirche Christi.

Doch der konspirologische Antijudaismus trat weit später auf, nämlich erst dann, als die theokratische christliche Zivilisation des Westerns dem raschen Zerfall anheimzufallen begann. Angesichts des Niedergangs ihrer eigenen Religion führten manche Christen diesen auf die „Ränke“ der Widersacher ihres Glaubens zurück, und diese waren, nicht nur „mythologisch“, sondern auch theologisch die Juden, welche sich weiterhin zu dem Gesetz bekannten, als ob die Gnade noch nicht auf die Erde gekommen sei (dass diese objektiv bestehenden theologischen Widersprüche in der Perspektive der Konspirologen bisweilen eine unwahrscheinliche Dimension annehmen, ist eine andere Sache). So führte die Degradierung der Kirche und ihr ständiger Verlust zentralen Positionen in der Gesellschaft zur Entstehung des Konzepts von der „jüdischen Verschwörung“, d.h. der These vom Vorhandensein einer internationalen politischen jüdischen Geheimorganisation, die danach strebte, der Rechtmässigkeit ihrer Religion auf sozialer, politischer und wirtschaftlicher Ebene Geltung zu verschaffen, was nur dann möglich war, wenn die christliche Weltanschauung und die mit ihr verbundenen Gesellschaftsordnung weltweit vernichtet wurden. Die Konspirologie der antijüdischen Richtung wandte sich der talmudischen und posttalmudischen Literatur zu und erkannte dort die Grundprinzipien der jüdischen politischen Strategie, die auf den religiösen Prinzipien des Judentums basiert. Gewisse Passagen atmeten religiösen Hass auf jene, die vom Standpunkt der orthodoxen Juden aus „Ungläubige“, „Götzendiener“, „Heiden“, „Goyim“ (althebräisch für „Völker“) oder „Akumom“ (althebräische Abkürzung für „Stern- und Planetenanbeter“) sind. Warf der vorkonspirologische Antijudaismus den Juden lediglich verhältnismässig „leichte“ magische oder wirtschaftliche Verbrechen vor (was wiederholt den Anstoss zu massiven Judenverfolgungen bildete), so bestand die Besonderheit der konspirologischen Judenfeindschaft in der Anprangerung jener internationalen Geheimorganisation, die sich das Ziel gesetzt hatte, das Judentum zur führenden religiösen und politischen Kraft des Erdballs zu machen. Es ist bezeichnend, dass die konspirologischen Enthüllungen der Judengegner politischen Phänomenen wie der Gründung der „Jüdischen Weltallianz“ durch Adolphe Crémieux oder der eigentlichen zionistischen Bewegung (T. Herzl, Achad ha Am, M. Nordau) vorausging, welche den Ängsten der Konspirologen vor der Gefahr einer globalen politischen, gegen die christliche Zivilisation gerichteten Tätigkeit des Judentums zwangsläufig Auftrieb verleihen mussten.

Die antijüdischen Konzeptionen des 19. Jahrhunderts betrachteten die politische Freimaurerei fast einhellig als Werkzeug des politischen Judentums. Somit wurde die Maurerei zum „Verbindungsglied“ der Verschwörung, während die Juden im 18. Jahrhundert lediglich als „Verbündete“ der zerstörerischen freimaurerischen Politik gegolten hatten. Im zwanzigsten Jahrhundert hielt man an der Einschätzung des neunzehnten fest; die antifreimaurerische Dogmatik der Konspirologen rückte in den Hintergrund, und die antijüdischen Motive dominierten immer mehr. (Nichtsdestoweniger war auch weiterhin von der freimaurerischen Verschwörung die Rede, sogar unter laizistischen Regimen wie der Sowjetunion zur Stalinzeit; das Zentralkomitee der KPDSU griff die Freimaurer bis zum Beginn der Treibjagd auf Trotzkisten und Bucharinisten regelmässig an, was seinen Ausdruck in der stalinistischen Filmkunst fand, in der Verschwörungsthemen eine wichtige Rolle spielten.)

Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete sich mit besonderer Deutlichkeit auch die ethnische, rassische Variante der antijudaistischen Konspirologie heraus, die man oft als „Antisemitismus“ bezeichnete, obwohl dieser Ausdruck ungenau war, weil in der überwältigenden Mehrheit der Fälle nur Vertreter der jüdischen Nation Gegenstand der Kritik waren und gegen die anderen semitischen Völker keinerlei „Anklagen“ erhoben wurden. Hier haben wir es mit einem doppelbödigen Phänomen zu tun. In erster Linie ist die laizistische, von jeder theologischen Färbung freie Judenfeindschaft mit der Tatsache verbunden, dass das Judentum als Religion einzig und allein jenen vorbehalten ist, die ihrer Nationalität nach Juden sind, d.h. einer einzigen ethnischen Gemeinschaft. Im Gegensatz zur Mehrheit der anderen Religionen kennt das Judentum kein Mission und verwehrt all jenen, deren Mütter keine blutsmässigen Jüdinnen sind, die Möglichkeit, sich zum jüdischen Glauben zu bekennen. (Die „Giur“, in den Schoss des Judentums aufgenommene Nichtjuden, sind ein Ausnahmefall, und die traditionelle jüdische Gesellschaft akzeptiert sie nur unter aussergewöhnlichen Umständen; in den verschiedenen historischen Perioden hat die Einstellung des Judentums zu dieser Frage wesentliche Veränderungen erfahren.) Deshalb setzt das Judentum als Religion eine bewusste Zugehörigkeit zum Judentum sowohl als Nation als auch als Rasse voraus. Dies liefert eine teilweise Begründung dafür, dass die christlichen Konspirologen die Juden als Anhänger einer besonderen Religion den ethnischen Juden gleichsetzen. Andererseits verschwinden theologische Argumente in dieser Periode in einer nominell immer noch christlichen Welt von der Bühne des Kampfes der Ideen, und ihre Stelle nehmen in immer grösserem Ausmass neue atheistische oder rein positivistische Theorien ein. Mit der epidemischen Entchristlichung Europas büsst der theologische Antijudaismus an Überzeugungskraft ein. Doch da konspirologische Motivationen bedeutend tiefer reichen als rationale Gedankenkonstrukte, geht der Antijudaismus der religiösen Konspirologie in eine rein ethnische antijüdische Rassenlehre über, deren Träger Angelsachsen, Deutsche und Österreicher werden; bei ihnen handelt es sich bald um Atheisten, bald um Neuheiden, bald um Rassenmystiker.

Sofern die ethnische Judenfeindschaft nicht mit einer rassistischen Gnostik verbunden ist (wie bei Guido von List, Jörg Lanz von Liebefels und deren Nachfolgern, den Ariosophen), begründet sie ihre Gegnerschaft zum Judentum mit der Behauptung, die gesellschaftlichen und kulturellen Umstände hätten dazu geführt, dass das jüdische Volk in der Diaspora (und vielleicht schon lange zuvor) zu einer pathologischen, sozial (und vielleicht sogar biologisch) kranken Gemeinschaft entartet sein, die unfähig sei, sich in sozial „gesunden“ Ethnien zu integrieren. (Einige Theoretiker, namentlich Lanz von Liebefeld, gingen noch weiter und orteten schon in der Ethnogenese der Juden ein finsteres Geheimnis, wobei sie extravagante Thesen über ihre Abstammung von alten Monstren, den sogenannten „Affen von Sodom“, aufstellten.) Die Juden galten dabei als Drahtzieher einer Verschwörung, die das Ziel verfolgte, „gesunde“ Ethnien zu zersetzen und der Welt das Diktat einer „wirtschaftlichen und kulturell-psychologischen Pathologie“ aufzuzwingen. In dieser Optik erscheint die religiöse Besonderheit des Judentums bloss als kulturelle Erscheinungsform der bioethnischen Besonderheit des Judentums; von den früheren antijüdischen Anklagen der christlichen Konspirologen übernimmt die ethnische Judenfeindschaft lediglich die kulturell-politischen, wirtschaftlichen und juristischen Argumente. Parallel zum Übergang zu dieser Art von konspirologischen Judengegnerschaft tauchen bei den Konspirologen selbst erstmals antichristliche Motive auf. Es schiessen neue Theorien über das „jüdische Wesen“ des Christentums selbst ins Kraut. Immer häufiger wird das Christentum mit einer Mine verglichen, die von den Juden gelegt worden sei, um die arischen Völker zu zerstören. Im 20. Jahrhundert wird diese rein ethnische, biologische und nichtreligiöse Variante der Konspirologie von den Theorien des Nationalsozialismus aufgegriffen. Zu bemerken ist, dass die russische Konspirologie auch in Emigranten- und Dissidentenkreisen nur ganz selten einer rein ethnischen Judenfeindschaft huldigte; hier herrschten immer noch die klassischen Denkmuster der katholischen Konspirologen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vor. Freilich darf man den Einfluss nicht ausser acht lassen, den die rassistische Betrachtungsweise auf die Konspirologen des 20. Jahrhunderts insgesamt ausgeübt hat; auch dort, wo der Schwerpunkt weiter auf theologisch begründeten Anklagen gegen das Judentum als Religion liegt, fällt auch der ethnische Faktor in mehr oder grossem Umfang ins Gewicht (was bei den frühren Konspirologen in keiner Hinsicht der Fall war; für diese reichte die Abkehr eines ethnischen Juden von der jüdischen Religion und seine Annahme des Christentums aus, um ihn von jedem Verdacht einer Beteiligung an der Verschwörung freizusprechen).

Zur Sondervariante der Judenfeindschaft entwickelte sich der „arische Rassismus“, wie er nationalsozialistischen Denkmustern eigen ist. Diese Version komplizierte das allgemeine Bild von der „Verschwörung“ insofern, als hier ausser den „Juden“ als den Urhebern der Degradierung der arischen Zivilisation auch die Rolle der nicht-arischen Völker in den Blickpunkt rückte, denen „rassische Komplizenschaft“ mit den Juden und ihrer negativen Ethnopolitik zur Last gelegt wurde. Die nicht-arischen Rassen wurden zu historischen „Kollaboranten“ der Juden erklärt. Auf diese Weise erhielten die „jüdischen Verschwörern“ bei den rassistischen Konspirologen neben den Freimaurern neue „Werkzeuge“ – die „niedrigen“, nicht-arischen Rassen.

Das Paradigma der „jüdischen Verschwörung“ ist von sämtlichen konspirologischen Vorstellungen die archetypischste: Es hat ungeheure Verbreitung erlangt und die antifreimaurerische Konspirologie weit hinter sich gelassen. Das Schicksal des jüdischen Volkes im 20. Jahrhundert – die Verfolgungen in Deutschland, die Gründung des Staates Israel, die Kriege im Nahen Osten – all dies verleiht nicht nur den Theoretikern der „jüdischen Verschwörung“ Auftrieb, sondern macht die „jüdische Frage“ auch zum wichtigsten ethno-politischen Konzept des 20. Jahrhunderts. (Bemerken wir, dass die Judenfeindschaft, der Antisemitismus, heutzutage in der arabischen Welt ungemein verbreitet ist, obschon die Araber der Rasse nach selbst Semiten, sprachlich wie blutsmässig die nächsten Verwandten der Juden und Anhänger einer Religion sind, die mit dem Judentum starke Ähnlichkeit aufweist.) Deshalb ist die ganze konspirologische Argumentation heute so aktuell wie niemals zuvor. Andererseits wird die Vorstellung von der „jüdischen Weltverschwörung“ unter lokalen Bedingungen auch auf andere Völker übertragen. So bilden sich nach dem Strickmuster dieses Paradigmas örtliche Theorien von einer „Verschwörung der nationalen Minderheiten“ heraus. Sie alle stellen allerdings blosse Neuauflagen ein und derselben konspirologischen Denkweise dar, und es ist kein Zufall, dass dort, wo von irgendeiner „Verschwörung“ die Rede ist, auch der „jüdische Faktor“ früher oder später zur Sprache kommt, ganz unabhängig davon, ob es dafür irgendwelche Begründungen gibt oder nicht.

Ende Teil 1.

Fortsetzung: Teil 2

Teil1: http://fufor.twoday.net/stories/2808019
Teil2: http://fufor.twoday.net/stories/2808024/
(yahoo.group)

Konspirologie - Die Paradigmen der Verschwörung Teil 2

Konspirologie
Alexander Dugin
Moskau, 2005

Die Paradigmen der Verschwörung (S. 19-52)

Teil 2

Die Herren der Zinsknechtschaft

In einer anderen Version konspirologischer Konzepte treten als „Verschwörer“ die „Bankiere“ auf, die „Herren der weltweiten Finanzen“. In ihrer reinen Form enthält diese Theorie die wenigsten mystischen Züge oder theologischen Elemente von allen und operiert mit rein ökonomischen Kategorien. Dies bedeutet allerdings nicht, dass dieser Zweig der Konspirologie von den restlichen vollständig getrennt wäre. Die „Bankiereverschwörung“ spielt auch in antifreimaurerischen oder antijüdischen Denkmustern oft eine Rolle und bildet einen organischen Bestandteil der von den Konspirologen gegen die „Verschwörer“ erhobenen Anklagen. Diesen wird nämlich zur Last gelegt, planmässig nach der wirtschaftlichen Macht über den geopolitischen Raum der Erde zu streben.

Der Kern der Theorie von der „Verschwörung der Bankiere“ lässt sich wie folgt zusammenfassen: Mit dem Beginn einer rein kapitalistischen Zivilisation im Westen (das Kapital trat damals als selbständiges Phänomen auf) wurde das Geld zum wichtigsten sozialen Faktor, während die Finanzen früher, in den vorkapitalistischen und frühkapitalistischen Gesellschaften, eine zwar bedeutsame, aber im Vergleich zu den staatlichen, religiösen oder rein politischen Faktoren trotzdem nur untergeordnete Rolle gespielt hatte. Ihre Selbständigkeit im Rahmen des gesellschaftlichen Lebens erhielten die Finanzen erst, als die geistigen und religiösen Rechtsnormen an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden waren und den Charakter der Gesellschaftsordnung nicht länger bestimmten. Dabei wurde nicht der Markt, sondern die Bank, d.h. die Anleihe, die Zinsen, zur Hauptquelle des Kapitalerwerbs. Nicht der private Teilhaber, sondern das Geldwachstum wurde zum wirklichen Kontrolleur der politischen und sozialen Prozesse. Doch die Fähigkeit der Banken zum Erteilen von Anleihen konnte ihr tatsächliches Kapitel mehren; dass die Bank nicht bankrott ging, gewährleistete dabei die „wechselseitige Bürgschaft der Bankiere“, welche jedem individuellen Bankier die Vorteile des internationalen Kreditwesens vollumfänglich zugute kommen liess. Ausserdem blieb die Bankiertätigkeit einer besonderen ideologischen Kategorie von Menschen vorbehalten, weil das Christentum genau wie die Mehrzahl der anderen Religionen den Wucher zumindest im Normalfall kategorisch verbietet. So kommt es, dass die „Verschwörung der Bankiere“ nicht etwa eine Verschwörung von Ausbeutern ist, welche die Lohnarbeit anderer ausnutzen, sondern eine „Verschwörung von Parasiten“, welche eine vom Standpunkt der christlichen Ideologie aus verbrecherische Form des Gelderwerbs betreiben – der Quell ihres Geldes ist nicht die Arbeit, sondern das Geld selbst, und letzten Endes nicht einmal reales Geld, sondern fiktives, das dem Kreditnehmer entsprechend einer internationalen Abmachung zwischen allen Personen, welche dieses Geschäft betreiben, lediglich versprochen worden ist.

Um dieser „Verschwörung“ Widerstand zu leisten, versuchte der Vatikan am Ende des 19. Jahrhunderts eine alternative katholische Bank zu gründen und dadurch den „Feind“ mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Das Unterfangen endete mit einem Fiasko, und zwar infolge einer Pressekampagne zur Diskreditierung des Präsidenten dieser Bank. Erfolgreiche Versuche zur Überwindung der Abhängigkeit von der Weltbank waren in der Vergangenheit nur kurzfristig zu verzeichnen, und zwar während der Existenz der Reichsbank im Deutschland Hitlers sowie der Nationalbank im Italien Mussolinis; auch in islamischen Ländern gab es Versuche zur Gründung einer islamischen Bank. Auf diese Weise bestimmte die Theorie von der „Verschwörung der Wucherer“ in gewissem Sinne konkrete politische Schritte einiger politischer Regime und blieb kein abstrakter Begriff aus dem Vokabular der Konspirationsideologen.

Gegen die Weltbank richtete sich die Propaganda einer bestimmten Spielart der Marxisten, welche nicht bloss gegen die „Aneignung des Mehrwerts“ durch die kapitalistischen Unternehmer Sturm liefen, sondern auch gegen das Börsensystem selbst, das Allerheiligste des entwickelten (nicht des frühen!) Kapitalismus. Es gilt freilich darauf hinzuweisen, dass die historischen Marxisten diese Frage durchaus nicht immer aufgeworfen haben, sondern dass gerade der mit den Banken und den Zinsen verknüpfte Aspekt des kapitalistischen Systems von den Kommunisten mit Schweigen übergangen wurden. Lenin stellte das Bankensystem des Kapitalismus manchmal gar als Vorbild für eine sozialistische Gesellschaftsordnung dar. Die konsequentesten Gegner der Bankiere waren früher die nationalsozialistischen Theoretiker (und unter diesen in erster Linie Gottfried Feder) und sind heute islamisch-fundamentalistische Wirtschaftswissenschaftler.

Auf die „Blutsauger der Zinsknechtschaft“ projiziert die bankierfeindliche Konspirologie die ganze Grundstruktur des allgemeinen konspirologischen Archetyps. Das Ziel ihrer Verschwörung, heisst es, bestehe darin, die Menschheit zu unterjochen und eine spezielle, einzig und allein von ihnen selbst kontrollierte Gegenzivilisation zu schaffen, wo alle wirtschaftlichen und sozialpolitischen Werte auf den Kopf gestellt sein werden: Jeder schöpferische Impuls (nicht nur auf dem Gebiet der Produktion, sondern auch auf dem der Organisation und des Privateigentums) wird einer wirtschaftlichen Zensur durch Parasiten unterworfen sein, die selbst nichts produzieren, ja nicht einmal organisieren und sich das Recht auf absolute Kontrolle über jegliche gesellschaftliche und private Initiative anmassen. Der Kuriosität halber sei ergänzt, dass einige zeitgenössische Konspirologen (namentlich der chilenische Schriftsteller M. Serrano) die Teilnehmer an der „Verschwörung der Bankiere“ nicht nur als durch und durch verworfene Menschen, als Urbilder der Perversion und der Lasterhaftigkeit darstellen, sondern behaupten, die „weltweite Brüderschaft der Bankiere“ bestehe aus einem besonderen Art von Lebewesen, die im Alten Testament als „Scheddim“ bezeichnet würden und das Ergebnis einer aussergewöhnlichen Mutation seien: Bei ihnen handle es sich nämlich um Sprösslinge verbrecherischer Ehen zwischen Menschen und Tieren. Zur Veranschaulichung solcher bizarrer Enthüllungen werden bisweilen äusserst eindrückliche Fotos der grossen Weltbankiers hinzugefügt. Auf diese Weise lässt sich die „okkulte Dimension“ des neuen konspirologischen Szenariums auch auf einem so prosaischen Feld wie der Wirtschaft und den Finanzen illustrieren.


Die Agenten der Weltrevolution

Als besondere Spielart der „Verschwörung“ lässt sich die kommunistische Theorie von der „Weltrevolution“ auffassen, die nach der russischen Oktoberrevolution von 1917 in der Praxis logischerweise auf den Export des sowjetischen Modells herauslief. Die „bolschewistische Drohung“ und die mit ihr Hand in Hand gehende Theorie der „bolschewistischen Verschwörung“ drängte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Furcht der westlichen Konspirologen vor der Freimaurerei zeitweise in den Hintergrund, was auf der Gegenseite den Anstoss zum verbreiteten Klischee von der „kapitalistischen“ und „antisowjetischen“ Propaganda gab.

Man kann dieses Konzept als „Verschwörung der Habenichtse“ bezeichnen. Damit ist eine bestimmte Kategorie von Menschenwesen gemeint, ein besonderer gesellschaftlicher Typus, der nicht über die erforderlichen Eigenschaften verfügt, um die Produktion zu organisieren, als Lohnarbeiter an ihr teilzunehmen oder als Teilhaber am Bankiersystem Kontrolle über die Produktionssphäre auszuüben. Diese Kategorie von Menschen ist jedoch mit ihrer materiellen Lage unzufrieden und strebt danach, sofort Revanche zu nehmen, die Spitze der gesellschaftlichen Pyramide zu erklimmen und eine „Diktatur der Habenichtse“ zu errichten. Gewisse Aspekte der kommunistischen Ideologie – die „Diktatur des Proletariats“, der „Hass auf die produktiven (und darum „reaktionären“ und „kollaborationistischen“) Elemente“, auf die Facharbeiter, die Bauern etc. bestätigten – ebenso wie gewisse Aspekte der sowjetischen Geschichte – die Grundpostulate dieser Theorie voll und ganz. Die „Verschwörung“ der „reinen“ Revolutionäre zielt auf die Ausnutzung gesellschaftlicher Krisen ab, welche ein breites Betätigungsfeld für „Verschwörer“ schaffen, denen jegliches Programm fehlt; mit genügend Disziplin, Zynismus und Geschicklichkeit können die „Untersten“ die politische Macht ergreifen, während die anderen politischen Kräfte Sklaven ihrer eigenen ideologischen Konstrukte bleiben. Ursprünglich entsprach die Realität der bolschewistischen Revolutionen diesem „Lumpenproletariat-Szenarium“ recht genau, und erst später begannen die zynischen Opportunisten, die zur Macht gekommen waren, Elemente positiverer sozialer Programme zu verwenden.

Da dieses marginale Element in mehr oder weniger hohem Grad in allen Gesellschaften existiert, war nach einem Sieg der „Bolschewiken“ in irgendeiner beliebigen geopolitischen Zone ein Export ihrer Theorien in andere Regionen zu erwarten, da Träger dieser Theorien potentiell überall vorhanden sind. Vor diesem Hintergrund lauert die Gefahr einer „bolschewistischen Gefahr“ stets am politischen Horizont sämtlicher „noch nicht kommunistisch gewordener“ Regime. Die Schaffung des „sozialistischen Lagers“ nach dem Zweiten Weltkrieg verlieh der Gefahr der „Weltrevolution“ konkrete, greifbare Formen in Gestalt der „prosowjetischen Propaganda“, des „sowjetischen Geheimdienstes“ etc. Als Sonderzweig der antibolschewistischen Konspirologie entstand nun der Mythos vom „allgegenwärtigen“ KGB: Dieser erwarb den Status einer speziellen Geheimorganisation, einer besonderen Geheimgesellschaft, deren Ziele und Aufgaben bedeutend weiter reichten als die politischen und ideologischen Programme der Sowjetmacht. Der KGB mauserte sich nach und nach zur selbständigen konspirologischen Kategorie, dem man eine von den kommunistischen Regimen beinahe selbständige Existenz zuschrieb; nachdem letztere Wirklichkeit geworden waren, verloren sie nämlich mit der Zeit die Aura monströser Unmenschlichkeit, die für konspirologische Konstrukte vollkommen unabdingbar ist. Abgesehen davon haben die realbolschewistischen Regime (wahrscheinlich mit der Ausnahme Kambodschas unter Pol Pot) ziemlich rasch eine erhebliche Anzahl sozial positiver, staatlicher oder nationalistischer Elemente in sich aufgenommen, welche die sozialistischen Länder in für das konspirologische Bewusstsein allzu alltägliche Systeme verwandelten.
Der KGB hingegen blieb aufgrund seines geheimen Charakters weiterhin beliebter Gegenstand antibolschewistischer Enthüllungen der Konspirologen.

Die Theorie von der „Verschwörung der Habenichtse“ weist natürlich auch einen „okkulten“ Hintergrund auf. Erstens hat der militante Atheismus der Kommunisten bei religiösen Konspirologen stets lebhafte Befürchtungen hervorgerufen, weist er doch in theologischer Perspektive zwangsläufig darauf hin, dass hier „der Teufel seine Finger im Spiel“ hat und dass seine menschlichen Agenten darüber mehr oder weniger genau Bescheid wissen. Zweitens – und dies betrifft besonders den späteren, d.h. den „entwickelten“ Sozialismus - gab das Interesse, das die herrschenden Kreise in der sowjetischen Führungsspitze zur Breschnew-Zeit für den Okkultismus und den Neo-Okkultismus an den Tag legten, Anstoss zu der Vorstellung, dass es innerhalb des KGB ein „Institut für schwarze Magie“ gebe, das sich zur Herstellung der psychischen Kontrolle im eigenen Land sowie zum Betreiben psychologischer Subversion in weltweitem Massstab mystischer Praktiken bediene. Somit weist die antibolschewistische Konspirologie einen für diese ganze Sphäre traditionellen und archetypischen „okkulten“ Aspekt auf. Schliesslich existieren interessante, mehr oder weniger ausgeprägt konspirologische Studien, welche den „mystischen“ Charakter der kommunistischen Ideologie in ihrer Gesamtheit untersuchen. (Am aufschlussreichsten sind in dieser Hinsicht N. Kons Die Fanatiker der Apokalypse sowie I. Schafarewitschs Der Sozialismus als Erscheinung der Weltgeschichte).


Die Drohung der „Neuen Weltordnung“

In den letzten Jahrzehnten, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, entstand eine weitere – die neuste – Richtung in der Konspirologie, welche die „Verschwörung der Mondialisten“ oder einfach den „Mondialismus“ anprangert. Der Ausdruck leitet sich vom französischen „monde“ („Welt“) ab. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine Aktualisierung der traditionellen konspirologischen Theorien von der „geheimen Weltregierung“, welche die Menschheit in die nächste, über alle Masse schreckliche Phase ihrer Existenz führt. Neu am Antimondialismus ist die besondere geopolitische Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika und der kulturelle und soziale Archetyp, der heute in jener Supermacht endgültig und dauerhaft die Oberhand gewonnen hat. Der „Amerikanismus“ ist der Ausgangspunkt des Mondialismus, da die Vereinigten Staaten zum strategischen und ideologischen Zentrum des postindustriellen Neokapitalismus geworden sind und die ideologischen Implikationen des Kapitalismus gerade dort ihre logische Extremform erreicht haben, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell.

Die antimondialistischen Konspirologen (die interessanten unter ihnen sind Jan Monkombel [?], Henry Coston, Jacques Bordier [?], Georges Virbeau, Jacques Ploncard d’Assac, Pierre Fontaine, Pierre de Villemarest, Pierre Virion sowie eine Reihe russischer Autoren, von denen in erster Linie der Publizist A. Kusmitsch zu nennen ist) widmen ihr Hauptaugenmerk halbgeheimen Organisationen wie der Trilateralen Kommission und dem Klub der Bilderberger sowie nichtgeheimen Organisationen wie dem Club of Rome, der UNESCO oder Amnesty International. Gemäss dieser konspirologischen Version strebt die mondialistische Bewegung danach, sämtlichen Ländern der Welt ein und dieselbe sozialpolitische Gesellschaftsordnung aufzuzwingen, bei der es sich um eine Kopie des amerikanischen Modells handeln wird und in dem sämtliche nationalen, territorialen und kulturellen Besonderheiten der Staaten und Nationen abgeschafft sein werden, wie es historisch im Falle der amerikanischen Staaten tatsächlich geschehen ist. Das ideologische Vorbild des Mondialismus ist der Postkapitalismus, eine besondere Form der „Neuen Weltordnung“, der sich auf die vorherrschende technokratische Elite sowie auf die totale Kontrolle der natürlichen sozialen Prozesse stützt. Insbesondere beabsichtigen die Mondialisten, aus der Magnetkarte, die schon heute in den meisten europäischen Ländern als wichtigster Personalausweis in Finanzfragen dient, eine „Prothese des Ich“ zu machen (der Ausdruck stammt von dem berühmten Mondialisten Jacques Attali, einem ehemaligen Berater Mitterrands und früheren Vorsitzenden der Europäischen Bank für Rekonstruktion und Entwicklung); dies läuft auf eine Abschaffung und ein juristisches Verbot sämtliche qualitativen Eigenschaften hinaus, welche bis heute die menschliche Persönlichkeit bestimmt haben – die Abschaffung und das Verbot der nationalen, staatlichen, politischen Zugehörigkeit mit dem Endziel der vollständigen Numerierung, der Herabwürdigung des Menschen zu einer blossen Seriennummer. Die Neue Weltordnung stellt eine Variante des „utopischen Sozialismus“ dar, doch liegt das Hauptgewicht bei ihr auf dem technologischen, postindustriellen Aspekt, der gemäss den Ideologen des Mondialismus eine völlige Kontrolle der Produktions- und Verteilungsprozesse ermöglicht; diese Möglichkeit war dem historischen industriellen Sozialismus noch verwehrt gewesen.

Vom Standpunkt der antimondialistischen Konspirologen ist die künftige Vereinigung Europas ein rein mondialistisches Unterfangen, das auf die endgültige Auslöschung der nationalen und kulturellen Besonderheiten der europäischen Völker und Staaten hinausläuft. Unter diesem Gesichtspunkt nimmt die angestrebte Neue Weltordnung die monströsen Züge einer antichristlichen Zivilisation an, welche sowohl auf sozialer als auch auf kultureller Ebene selbst die letzten Überreste eines qualitativ wertvollen Daseins zu tilgen trachtet.

Als „Verschwörer“ und Mondialisten erscheinen in der Vorstellung der Konspirologen diesmal die Politiker „proamerikanischer“ Ausrichtung, welche von den geopolitischen Interessen des „Amerikanismus“ und des „Kosmopolitismus“ ausgehen, wobei die Technokratie und das absolute Primat der „liberalen Ökonomie“ (einer schrankenlosen Marktwirtschaft) Vorrang vor sämtlichen anderen sozialen, nationalen und politischen Faktoren haben. In den Augen der antimondialistischen Konspirologen sind die „Amerikanisten“ durchaus nicht identisch mit den Amerikanern selbst, genau wie in einer anderen Version der Konspirologie die „Agenten des Bolschewismus“ nicht den „Sowjetmenschen“ gleichzusetzen waren. Die „Amerikanisten“ sind vielmehr die neuste Form desselben alten, sich stets gleich bleibenden Verschwörertyps, der nach wie vor auf die Errichtung einer „Antizivilisation“ hinarbeitet, einer pathologischeren Ordnung der Dinge, mit dem Unterschied, dass der Verschwörer diesmal nicht mehr der „Freimaurer“ oder der „Bolschewik“ ist, sondern der „Technokrat“ und der pragmatische, berechnende „Futurist“.

Die antimondialistische Konspirologie betrachtet auch die gegenwärtigen Umwandlungsprozesse innerhalb des früheren sozialistischen Lagers als Ergebnis der Eingliederung der „sowjetischen Regime“ in die allgemeinen mondialistischen Pläne, und die jüngsten russischen Konspirologen weisen auch darauf hin, dass gerade Mitglieder des Politbüros oder der sowjetischen Akademie der Wissenschaften in die Struktur des mondialistischen Komitees –der Trilateralen Kommission – aufgenommen wurden. Selbstverständlich ist diese neue Version der „Verschwörung“ heutzutage die aktuellste; sie resümiert gewissermassen sämtliche früheren historischen konspirologischen Themen und Motive und verleiht ihnen einen frischen, modernen Klang. Im Prinzip gilt die „Weltverschwörung“ der vergangenen Jahrhunderte den konsequentesten Antimondialisten als Vorspiel zum Mondialismus. Zum Beweis dafür führen sie die historischen Verbindungen der mondialistischen Strukturen mit der heutigen Freimaurerei (der Begründer des Bilderbergerklus war beispielsweise Freimaurer), dem Zionismus und dem Judentum als ganzes (Attali selbst ist dem Glauben und folglich auch dem Blut nach Jude), den „Banken“ (was offenkundig ist) und sogar dem Bolschewismus (was mit den Hinweis auf die Umgestaltungsprozesse in Osteuropa begründet wird) ins Feld. Doch da sich das Ende des 20. Jahrhunderts nicht durch besondere Religiosität auszeichnet, sind theologische Argumente und der Hinweis auf den Teufel bei den zeitgenössischen Konspirologen eine recht seltene Erscheinung (zumindest bei den westeuropäischen, während sich die russische Konspirologie, so paradox dies auch anmuten mag, ebenso oft auf religiöse Dogmen beruft wie die islamische).

Als eigenartiger Bestandteil der „Neuen Weltordung“ ist die Rolle einer besonderen Ideologie zu erwähnen, die von den Gegnern des Mondialismus als „Walt-Disney-Ideologie“ bezeichnet wird. Bezeichnenderweise war Disney selbst eine Galionsfigur der amerikanischen Freimaurerei, und dies gilt den traditionellen Konspirologen allein schon als hinreichender Grund, um ihm besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Doch auf kultureller Ebene lässt sich die „mondialistische Walt-Disney-Ideologie“ als Prägung des Massenbewusstseins durch eine „künstlichen Sorglosigkeit“, ein unberechtigtes, beharrliches und leidenschaftlichess Interesse für die unbedeutendsten Details des Alltagsverhaltens definieren, wie man es bei den Helden der Trickfilme findet, als Propagierung des Vorrangs der Zerstreuung gegenüber intellektuellen Beschäftigungen, einer konformistischen, apolitischen Haltung, eines kleinlichen Opportunismus in Geschäftsfragen sowie, alles in allem gesehen, einer besonderen, „trickfilmhaften“ Lebens, das nach den Gesetzen eines illusionären Spektakels verläuft. Deshalb wird für die Konspirologen sogar Mickey-Mouse zu einer höchst sinistren Figur, welche die Identität der nationalen und staatlichen Strukturen der europäischen Gesellschaften bedroht. (Derselbe Vorwurf richtete sich auch g egen den Helden der sowjetischen Tscheburascka-Filme, dem russische Konspirologen „Kosmopolitismus“ und das Fehlen nicht nur nationaler, sondern auch tierischer Merkmale ankreideten, welche es ermöglicht hätten, ihn einer bestimmten Kategorie von Tieren zuzuordnen.)


Die Internationale der Häresien

Als reiner Ausdruck einer „okkulten Verschwörung“ kann die konspirologische Theorie von den geopolitischen Programmen verschiedener häretischer Sekten dienen. Gegenstand der Entlarvung sind hier natürlich in erster Linie jene satanistischen Gruppierungen, welche ihre Gefolgschaft gegenüber dem Teufel und den Bösen offen bekennen. Solche satanistischen Sekten (beispielsweise Laveys „Kirche Satans“ und viele andere derartige Bewegungen) passen prächtig in die allgemeine konspirologische Doktrin. Doch andererseits ist der politische und geopolitische Einfluss dieser offen satanistischen Sekten gleich null, so dass selbst die fanatischsten Konspirologen es nicht wagen, „Beweise“ für ihre Kontakte mit mehr oder weniger einflussreichen Gestalten des sozialen oder politischen Lebens anzuführen.

Anders verhält es sich mit anderen Sekten, welche sich meistens gegen jeden Satanismus oder Teufelskult verwahren, sondern sich im Gegenteil als wahre Bannerträger der religiösen oder esoterischen Wahrheit ausgeben. Ein typisches historisches Beispiel hierfür ist die Bewegung der Theosophen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen erheblichen Einfluss auf die internationale Politik ausgeübt haben, insbesondere in Indien, wo die Leiterin der Theosophischen Bewegung, Annie Besant, um ein Haar zur Präsidentin des Indischen Nationalkongresses gewählt worden wäre. Eine weitere bekannte Episode aus der Geschichte dieser Bewegung war der krampfhafter Versuch ihrer Führer, der Welt einen von ihnen eigens vorbereiteten „Messias“ aufzudrängen. Für diese Rolle war der junge Krishnamurti vorbereitet worden, der jedoch der Kontrolle seiner Meister entglitt. Beträchtlichen Einfluss auf die Politik übten auch jene Okkultisten aus, die sich um Papus und seine Gefolgsleute scharten. (Kurz vor dem Sturz der Monarchie in Russland spielten sowohl einheimische als auch westliche Okkultisten auf den höchsten Stufen des politischen Lebens eine recht eigentümliche und wenig bekannte Rolle.)

Ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts verschmolzen die früheren neospiritualistischen und rein häretischen Gruppierungen zu einer mehr oder weniger homogenenen kulturellen Strömung, die sich durch den konsequenten Anspruch auf eine „messianische“ Wiedererweckung der Geistigkeit sowie ihren Hass auf orthodoxen Traditionen hervortat. Für die Konspirologen war diese Bewegung symptomatisch, erkannte sie doch in dieser „neuen Geistigkeit“ mühelos die Elemente einer typischen Verschwörung, die sich die Zerstörung der letzten Reste der Orthodoxie sowie die Auslöschung der letzten menschlichen Werte zum Ziel gesetzt hatte. Die meisten dieser Sekten stellten ihren Anhängern nämlich eine „Einweihung in die jenseitige Realität“ in Aussicht, was in allgemeinen unweigerlich zu einer seelischen Pathologie führte. Dazu kam noch, dass sich einige dieser neospiritualistischen Sekten unverhohlen in die geopolitischen Prozesse einmischten (dies galt besonders für die Mun-Sekte, die mondialistische Komitees sponsierte und in einigen Fällen sogar gründete). Zur extremsten neospiritualistischen und sektiererischen Bewegung wurde die „New Age“-Strömung, eine universale und recht formlose Vereinigung der verschiedensten neomystischen und neuzeitlich-häretischen Richtungen. „New Age“ wurde immer mehr zur pseudoreligiösen Komponente des Mondialismus, zum synkretistischen Sammelbecken aller möglichen häretischen Mystiken und Religionen. Als Gönner von „New Age“ treten (nach Ansicht der Konspirologen) hochbedeutsame Persönlichkeiten wie der englische Prinz Charles auf, der in all jenen mondialistischen, zionistischen und freimaurerischen Komitees hockt, denen die Entlarver der „Weltverschwörung“ ihre Aufmerksamkeit angedeihen lassen.

Als besondere Spielart der neospiritualistischen Verschwörung kann man die „Verschwörung der Ufologen“ betrachten. Hier tritt das archetypische Paradigma der Konspirologie in seiner extremsten Form auf. Im Zentrum der Verschwörung stehen nun nicht mehr Menschen, sondern „vernunftbegabte Wesen von anderen Planeten“. Die „Besatzungen der Untertassen“ entpuppen sich als die „geheimen Herrscher der Erde“, die eine besondere, mit den „Normen des Kosmos“ in Übereinklang stehende Ordnung zu schaffen gedenken. Die Ufologen schmücken ihre Doktrinen gerne mit dermassen anschaulichen Details aus, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, sie hätten sie sich eigens ausgedacht, um den Konspirologen entgegenzukommen. Es existieren auch Versionen, denen zufolge die „Ausserirdischen“ und die „Piloten der fliegenden Untertassen“ gar nicht aus anderen Welten stammen, sondern aus dem „Zentrum der Erde“ (was genau den traditionellen Vorstellungen von der räumlichen Lage der Hölle entspricht, auch wenn dies die Ufologen selbst, welche das Konzept von den „unterirdischen Ausserirdischen“ vertreten, aus irgendwelchen Gründen offenbar nicht bemerken). Eine ausführlichere Darlegung der ufologischen Theorien vom konspirologischen Standpunkt aus kann man in den Büchern Jean Robens sowie des verstorbenen Paul Bergier finden.

Auf merkwürdige Weise mit dem Ufo-Thema verbunden sind bei den Konspirologen auch die Motive der „nazistischen Esoterik“, die zum ersten Mal in Louis Powells’ Buch Der Morgen der Magier erschienen und später einer ganzen Reihe von Autoren als Inspirationsquelle dienten. In dieser Version treten als „Verschwörer“ ehemalige Gefolgsleute Hitlers (insbesondere nazistische Wissenschaftler) sowie deren neonazistische Gefolgsleute auf, die mittels einer „alternativen Technologie“ oder besonderer, in den geheimen Labors des Dritten Reiches entwickelter und nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkriegs in Südamerika, Kanada, ja der Antarktis verborgener Mittel die Weltherrschaft an sich reissen wollen. Manche behaupten, niemand anderes als diese nazistischen Esoteriker hätten die „Untertassen“ als ihre „Geheimwaffen“ ausgesandt. Hier gilt es hinzuzufügen, dass die ersten verschwommenen Hinweise auf UFOs tatsächlich auf das Jahr 1944 zurückgehen; sie stammen vor allem von englischen Fliegern, die Einsätze gegen das Territorium Deutschlands geflogen hatten. Fragmente dieses „antinazistischen“ Konspirationsmodells, denen zufolge geheime Kräfte des Dritten Reichs der Menschheit zur Vergeltung für ihre Niederlage im Krieg eine schreckliche Katastrophe vorbereiten, werden von den Massenmedien in Ost und West häufig aufgetischt; sie schüren jene paranoide Furcht vor dem „Faschismus“, der für die Propaganda der unterschiedlichsten politischen Regime der Gegenwart kennzeichnend ist.


Schlussfolgerung

Man könnte noch mehr Spielarten der Konspirologie aufzählen, so wie man auch jeden der bereits erwähnten Punkte entwickeln und seine Unterarten und verschiedenen Zwischenformen schildern könnte. Ebenso wäre es möglich, durch eine Gegenüberstellung dieser oder jener Aspekte der Verschwörungstheorien das Spektrum der konspirologischen Möglichkeiten, egal ob diese bereits existieren oder erst von künftigen Generationen von Konspirologen geschaffen werden müssen. Wie dem auch sei, uns geht es vor allem darum, anhand konkreter konspirologischer Konzepte die These von der Ernsthaftigkeit der Konspirologie als methodologisches, ja sogar ideologisches Phänomen zu veranschaulichen, das in jedem Fall einer detaillierten und leidenschaftslosen Untersuchung und Analyse bedarf. Man braucht kaum noch darauf hinzuweisen, dass diesem Thema weltweit nicht nur Hunderte, ja Tausende von Büchern gewidmet sind, sondern auch eine Vielzahl konspirologischer Zeitschriften und Bulletins, die aktuelle und frische Informationen zur gegebenen Problematik liefern.

Zum Abschluss möchten wir aber bemerken, dass sich in den westlichen Publikationen so gut wie keine Klassifikation oder systematische Darstellung der konspirologischen Motive und Hypothesen findet. Dies ist um so betrüblicher, als es nicht an traditionalistischer Literatur in westlichen Sprachen mangelt, in der sich sämtliche erforderlichen Elemente finden, die erforderlich sind, um die einzelnen Aspekte der Frage zu einem zusammenhängenden konspirologischen Bild zu vereinen, welches nicht nur der historischen Wirklichkeit so nahe wie möglich kommt, sondern auch den fundamentalen unbewussten Impuls so genau wie möglich beleuchtet, der immer neue Generationen von Forschern unabhängig von ihrer politischen und ideologischen Einstellung dazu veranlasst, sich der konspirologischen Methode zuzuwenden und sowohl auf globaler als auch auf begrenzter, lokaler Ebene immer neue Spielarten ein und desselben konspirologischen Schemas zu entwickeln. April 1990

Ende Teil 2.

Vorangegangen: Teil 1

Teil1: http://fufor.twoday.net/stories/2808019
Teil2: http://fufor.twoday.net/stories/2808024/
(yahoo.group)

GM Microbes Invade North America

GM Microbes Invade North America
posted 15, Oct. 2006

While the attention of the world is focused on genetically modified (GM) crops, GM microbes have been released for at least six years with little or no public awareness or debate. Prof. Joe Cummins reports.

The full list of references for this article are posted on ISIS Members’ website. Membership details here.

A number of GM microbes are being widely deployed since their first release six years ago.

Sinorhizobium meliloti is a bacterium added to soil or inoculated into seeds to enhance nodule formation and nitrogen fixation in the roots of legumes. It was released for commercial production in 1997.

The other commercial GM microbes are designated as bio-pesticides. These include GM Agrobacterium radiobacter k1026, used to prevent crown gall disease in fruit and vegetable plants, and Pseudomonas fluorescens modified with a number of different Cry delta-endotoxin genes from different subspecies of Bacillus thruingiensis (Bt). The modified P. fluorescens cultures are killed by heat pasteurization and provides a persistent biopesticide preparation that degrades much slower in sunlight than Bt.

Neither the people selling nor those using the preparations are necessarily aware that the microbes are genetically modified, however. Even organic farmers may be using them inadvertently.

The legume symbiont, Sinorhizobium meliloti, is tremendously important for fixing nitrogen from the air into plant roots and the soil. Legumes signal to the bacterium by exuding flavonoids from their roots, activating the expression of nodulation genes in the bacterium, resulting in the production of Nod factors that regulate the formation of nitrogen fixing root nodules [1]. The S. meliloti genome has been fully sequenced. It is unusual in containing three chromosomes (or a chromosome and two very large plasmids), all of them contributing to the symbiosis with the plant roots [2]. The genetically modified commercial strain (RMBPC-2) has genes added that regulate nitrogenase enzyme (for nitrogen fixation) along with genes that increase the organic acid delivered from the plant to the nodule bacterium. It also has the antibiotic resistance marker genes for streptomycin and spectinomycin [3]. The commercial release was permitted in spite of concerns about the impact of the GM microbe on the environment.

Evidence supporting the initial concerns has accumulated but that has not dampened the use of the GM microbe. For example, a recent review reports that GM S. meliloti strains persisted in the soil for six years, even in the absence of the legume hosts. Horizontal gene transfer to other soil bacteria and microevolution of plasmids was observed [4]. Other studies showed that a soil micro arthropod ingested GM S. meliloti, and a GM E. coli in the arthropod gut facilitated gene transfer to a range of bacteria [5].

There is little doubt that the antibiotic resistance markers for streptomycin and spectinomycin will be transferred to soil bacteria and to a range of animal pathogens. For example, the resistance genes for streptomycin could be observed to transfer from their insertion as transgenes in plant chloroplast to infecting bacterium Actinobacter sp. [6] when homologous gene sequences were present.

The antibiotics spectinomycin and streptomycin are used extensively in human and animal medicine. Spectinomycin is used to treat human gonorrhea [7] and bovine pneumonia [8]. Streptomycin is used to treat human tuberculosis [9] and Meniere’s disease [10] and as a pesticide on fruits and vegetables [11]. Thus, the commercial release of GM Sinorhizobium meliloti has resulted in the establishment of the GM microbe in the soil in millions of acres of cropland, where it can spread antibiotic resistance genes for antibiotics that are extensively in use in medicine and agriculture.

Agrobacterium radiobacter k1026 [12] is a bio-pesticide derived from A. radiobacter k84, a natural bacterium used to control the crown gall disease of fruits and ornamental trees and shrubs. Crown gall disease is due to the bacterium Agrobacterium tumefaciens that causes tumors to form on the plant stems, and is the most common vector employed in plant genetic engineering.

GM Agrobacterium radiobacter releases a chemical warfare agent bacteriocin (agrocin) against A. tumefaciens. Bacteriocin is a novel nucleic acid derivative that prevents the crown gall tumors from forming in the infected plants. The GM A. radiobacter has an engineered deletion in the genes controlling plasmid transfer so that the ‘male’ bacterium cannot transfer its plasmid, but it can act as a ‘female’ to receive a plasmid transfer. However, recent research suggests that retrotransfer of genetic material can occur from ‘female’ recipient to ‘male’ donor bacterium [13].

Pseudomonas flourescens strains modified with Cry delta endotoxin genes from Bacillus thuringiensis are killed before being marketed [14]. The killed GM bacteria are more persistent than are the conventionall B. thuringiensis sprays. The main fallacy in the approval of these biopesticides is to suppose that bacteria cannot enjoy sex (conjugation) after death, they do.

Soil bacteria are also easily transformed with cell lysates (squashed dead cells) and function in their genetically modified form in soil microcosms [15]. P. fluorescens and A. tumefacians are both transformed in soil [16]. Soil Pseudomonas and Actinobacter can also take up genes from transgenic plants [17]. So, the combination of transgenic crops and GM biopesticides can create genetic combinations capable of devastating the soil microflora and microfauna.

In conclusion, GM microbes have begun to be ubiquitous invaders of the North America ecosystem. This massive invasion took place with little or no public awareness and input, and with very little monitoring of the impact of the invasion. The environmental risk assessments of the commercial microbes were rudimentary and frequently erroneous. We may have a bio-weapons equivalent of a time bomb on our hands.

References

1. Schultze M and Kondorosi A. Regulation of root nodule development Ann. Rev Genet 1998, 32, 33-57.
2. Galibert F. et al (55 authors). The composite genome of the legume symbiont Sinorhizobium meliloti Science 2001, 293,668-72
3. INFORMATION SYSTEMS FOR BIOTECHNOLOGY "ISB News Report" May 1998
http://www.nbiap.vt.edu/news/1998/news98.may.html
4. Morrisey J, Walsh U, O’Donnel A, Moenne-Laccoz Y, and O’Gara F. Exploitation of genetically modified inoculants for industrial ecology applications. Antonie von Leewenhoek 2002, 81,599-606
5. Hoffman A, Thimm T and Tebbe C. Fate of plasmid bearing luciferase marker gene tagged bacteria after feeding the soil microarthropod Onychiurus firmatus (collembolan). FEMS Microbiology Ecology1999, 30,125-35.
6. Kay E, Vogel T, Bertolla F, Nalin R, and Simonet P. In Situ transfer of antibiotic resistant genes from transgenic tobacco plants to bacteria. Applied and environmental microbiology 2002, 68, 3345-53
7. Center for Disease Control (CDC). Shortage of spectinomycin. JAMA 2001, 286,40
8. Poumarat F. Efficacy of spectinomysin against Mycoplasma bovis induced pneumonia in conventionally reared calves. Veterinary Microbiology 2001, 80, 23-35
9. Drug description "streptomycin in tuberculosis" 2003
http://www.atdn.org/access/drugs/stre.html
10. Peng A, Lu Y, Ren J, and Chen Z. Evaluation of the effect of streptomycin perfusion of the labyrinth in the treatment of Meniere’s disease and endolymphatic hydrops. Lin Chuang Er Bi Yan Hou Ke Za Zhi 2000, 14,438-9
11. Extension Toxicology Network "Streptomycin-pesticide information profile" 2003
http://ace.orst.edu/info/extoxnet/pips/streptom.htm EPA fact sheet "Agrobacterium radiobacter k1026 1999
12. http://www.epa.gov/oppbppd1/biopesticides/ingredients/tech_docs/tech_006474.htm
13. Kado CI. Horizontal transmission of genes by Agrobacterium Species. In Syvanen M and Kado CI. Eds. Horizontal Gene Transfer 2nd edition, Academic Press, 2002, London.
14. EPA registered biopesticides "Nonviable microbial pesticides" 2002
http://www.epa.gov/oppfead1/cb/ppdc/2002/regist-biopes.htm
15. Nielsen K, Smalla K and vanElsas J. Natural transformation of Actinobacter sp strain BD413 with cell lysates of Actinobacter sp, Pseudomonas fourescens and Burkoklderia cepacia in soil microcosms" Applied and environmental microbiology 2000, 66, 206-12.
16. Demaneche S, Kay S, Gourbiere F and Simonet P. Natural transformation of Pseudomonas fluorescens and Agrobacterium tumefaciens in soil. Applied and environmental microbiology 2001, 67, 2617-21
17. deVries J, Meier P, and Wackernagel W. The natural transformation of soil bacteria Pseudomonas stuteri and Actinobacter sp. By transgenic DNA. FEMS Microbiology Letters 2001, 195,211-15
http://tinyurl.com/yje2bh

Escape to Paraguay? Rumors of Bush Land Deal

Escape to Paraguay? Rumors of Bush Land Deal

By truthista
10/14/2006 01:19:26 AM EST
At least two sources, including Upsidedownworld and Prensa Latina, report rumors of a Bush family purchase of land in northern Paraguay.

Upsidedownworld writes, on October 11:

The Governor of Alto Paraguay, Erasmo Rodríguez Acosta has admitted to hearing that George Bush Sr. owns land in the Chaco region of Paraguay, in Paso de Patria. Acosta says that rumor has it that Bush owns near to 70 thousand hectares (173,000 acres) as part of an ecological reserve and/or ranch. However, the governor said he had no documents to prove the rumor.

Prensa Latina, writing on October 13, gives a similar story but names George W. Bush rather than his father:

An Argentine official regarded the intention of the George W. Bush family to settle on the Acuifero Guarani (Paraguay) as surprising, besides being a bad signal for the governments of the region...Luis D Elia, undersecretary for the Social Habitat in the Argentine Federal Planning Ministry, issued a memo partially reproduced by digital INFOBAE.com, in which he spoke of the purchase by Bush of a 98,842-acre farm in northern Paraguay, between Brazil and Bolivia.

A visit by Jenna Bush on behalf of Unicef may have triggered speculation, as Upsidedownworld also suggests. But, could there be truth to the rumors? As calls increase for his impeachment, the President could well be thinking that South America would make a fine place to retire.
Another rumored land deal, this one involving the U.S. military, attracted the attention of Project Censored, which listed "U.S. Military in Paraguay" as one of its top 25 censored stories of 2007.

Five hundred U.S. troops arrived in Paraguay with planes, weapons, and ammunition in July 2005, shortly after the Paraguayan Senate granted U.S. troops immunity from national and International Criminal Court (ICC) jurisdiction. Neighboring countries and human rights organizations are concerned that the massive air base at Mariscal Estigarribia, Paraguay is potential real estate for the U.S. military. [Project Censored]

"U.S. and Paraguayan officials vehemently deny ambitions to establish a U.S. military base at Mariscal Estigarribia," writes Project Censored. But, there's good reason to believe this rumor, based on a top-secret memo described by Newsweek on August 9, 2006. The memo, cited in the 9/11 Commission report, "lamented the lack of good targets in Afghanistan and proposed instead U.S. military attacks in South America or Southeast Asia as "a surprise to the terrorists."

The memo's content, NEWSWEEK has learned, was in part the product of ideas from a two-man secret Pentagon intelligence unit appointed by Feith after 9/11: veteran defense analyst Michael Maloof and Mideast expert David Wurmser, now a top foreign-policy aide to Dick Cheney.

They argued that an attack on terrorists in South America—for example, a remote region on the border of Paraguay, Argentina and Brazil where intelligence reports said Iranian-backed Hizbullah had a presence—would have ripple effects on other terrorist operations.

The arrival of U.S. troops at a massive air base in Paraguay - interestingly, not far from rich Bolivian gas fields - suggest that administration officials may have dusted an old plan, having learned no lessons from their disastrous intervention in Iraq.
http://tinyurl.com/yfnufc




US President Bush Makes Massive Land Purchase In Paraguay Ahead Of Expected War Crimes Charges

October 15, 2006
By: Sorcha Faal, and as reported to her Western Subscribers

Russian Intelligence Analysts are reporting today that the American President’s daughter, Jenna Bush, has secured on behalf of her father, the American President, and the Bush Family, the purchase of nearly 100,000 acres of land in the South American Nation of Paraguay, and which is also confirmed by the Latin American News Service, and as we can read as reported in their article titled "Bush Buys Land in Northern Paraguay", and which says:

"An Argentine official regarded the intention of the George W. Bush family to settle on the Acuifero Guarani (Paraguay) as surprising, besides being a bad signal for the governments of the region. Luis D Elia, undersecretary for the Social Habitat in the Argentine Federal Planning Ministry, issued a memo partially reproduced by digital INFOBAE.com, in which he spoke of the purchase by Bush of a 98,842-acre farm in northern Paraguay, between Brazil and Bolivia."

The American President’s daughter had used the cover of a United Nations group to ‘cover’ her mission to Paraguay to arrange this massive land purchase, and as we can see confirmed by the Associated Press News Service in their article titled "Jenna Bush joins UNICEF program in Paraguay", and which says:

"Jenna Bush came to this poor, landlocked South American country to take part in a UNICEF program for young professionals who volunteer in its activities here, the U.N. organization announced Monday. UNICEF released few details about the program involving the 24-year-old daughter of U.S. President George W. Bush, citing security concerns."

These reports suggest the these actions being taken by the Bush Family are in response to the expected War Crime Charges being filed by the International Committee for the Red Cross, and which we had reported on in our October 15, 2005 report titled ‘War Crimes’ Portfolio against United States President, Vice President and Defense Secretary Opened By International Committee of the Red Cross Charging ‘Crimes Against Humanity’, and wherein we had stated:

"Kremlin sources are reporting today that the International Committee of the Red Cross, based in Switzerland, has opened a War Crimes Portfolio charging the United States President, Vice President, Defense Secretary, United States Military Commanders and the majority of United States Senators and Congressmen with ‘Crimes Against Humanity’ over what the United Nations has declared as an ‘illegal’ war in the Middle Eastern Country of Iraq, and where the innocent civilian death toll is nearing 30,000.

This is reported to be only the second time in the International Committee of the Red Cross’s history where a War Crimes Portfolio has been opened against the Civilian and Military Leadership of a sovereign country, with the first being opened in 1943 against the Nazi German Empire and its Chancellor, Adolph Hitler, and various other civilian and military leaders of that country."

The ties between the Bush Family Cartel and Paraguay predate the current American President and have their roots going back to his grandfather Prescott Bush, the top American financier for the German Nazi Regime.

These ties between South America and the Bush’s were further solidified during the 1970’s when the current American President’s father, George Bush Sr., was director of the American Central Intelligence Agency, and working with then US Secretary of State, Henry Kissinger, unleashed what was called ‘Operation Condor’ upon the South American Continent, and as we can read:

"Operation Condor, South American assassination cartel, the year George Bush Sr. is CIA director. In 1976, Nelson Rockefeller was Vice President (to Ford), and his advisor Henry Kissinger was Secretary of State. In this year Kissinger's puppet dictator Pinochet, of Chile, organized Operation CONDOR, to co-ordinate death squad assassinations by the secret police of the dictators of Chile, Brazil, Argentina, Uruguay, and Paraguay."

Further complicating the current state of affairs in the United States for their Military Leaders is their continued refusal to release for trial the infamous International Terrorist, and former Operation Condor operative, Luis Posada Carriles, and as we can read as reported by the People’s Weekly World News Service in their article titled "Posada and Bush’s ‘war on terror’ jam", and which says:

"Cuban exile and accused terrorist Luis Posada Carriles is back in the news. Posada is the admitted mastermind behind the bombing of a Cubana Airlines jet, which killed 73 people in a midair explosion over Barbados on Oct. 6, 1976.

Nicknamed “the bin Laden of Latin America,” Posada, currently being held at an El Paso, Texas, detention center for violating immigration law, presents a quandary for the Bush administration and its “war on terrorism.”

U.S. plans to deport Posada have gone awry. At least seven countries — Canada, Mexico, Panama, Costa Rica, Guatemala, Honduras and El Salvador — have refused to take him.

At the same time, the Bush administration has refused to honor Venezuela’s request for Posada’s extradition to stand trial there. Posada is a Venezuelan citizen. In 1985, he escaped from a Venezuelan jail (with CIA help) while standing trial for the airliner bombing.

The hypocritical stand is only part of the problem the Bush administration faces. Posada worked for the CIA as a demolitions expert, saboteur and plotter of violent crimes. He helped organize well over 100 murderous attacks throughout Latin America and the United States. He was involved in Contra operations in Nicaragua, hotel bombings in Havana in 1997, and an assassination attempt against Cuban President Fidel Castro in 2000.

And according to newly released documents from National Security Archives, Posada told the CIA that he and other exile cohorts like Orlando Bosch (who freely walks the streets of Miami) were planning to bomb the plane.

Cuba’s National Assembly President Ricardo Alarcon said the Bush administration has a self-interest in covering up the case and declassified information. “The Bush administration wants to avoid a trial at all costs because someone will ask about the role of the CIA, and its director in 1976 was George Bush Sr.,” said Alarcon."

Most importantly about these events are the American people themselves, who in their failure to either see, or acknowledge, what their Nation has truly become, and which with each passing day resembles more and more the dreaded, and horrific, Nazi Empire of last century, and who’s leaders after their defeat had likewise sought refuge and protection from War Crimes Trials in the jungles of South America, will soon wake up to the true nightmare of what they’ve become.
http://tinyurl.com/yx7ady


Bush Buys Land in Northern Paraguay
Buenos Aires, Oct 13 (Prensa Latina) An Argentine official regarded the intention of the George W. Bush family to settle on the Acuifero Guarani (Paraguay) as surprising, besides being a bad signal for the governments of the region.

Luis D Elia, undersecretary for the Social Habitat in the Argentine Federal Planning Ministry, issued a memo partially reproduced by digital INFOBAE.com, in which he spoke of the purchase by Bush of a 98,842-acre farm in northern Paraguay, between Brazil and Bolivia.

The news circulated Thursday in non-official sources in Asuncion, Paraguay.

D Elia considered this Bush step counterproductive for the regional power expressed by Presidents Nestor Kirchner, Luiz Inacio Lula da Silva, Evo Morales, Hugo Chavez and Fidel Castro.

He said that "it is a bad signal that the Bush family is doing business with natural resources linked to the future of MERCOSUR."

The official pointed out that this situation could cause a hypothetical conflict of all the armies in the region, and called attention to the Bush family habit of associating business and politics.
http://tinyurl.com/yxxxm9



What is the U.S. Military Doing in Paraguay?
by Ben Dangl; Upside Down World; August 03, 2005

The U.S. military is conducting secretive operations in Paraguay and reportedly building a new base there. Human rights groups and military analysts in the region believe trouble is brewing. However, the U.S. embassy in Paraguay denies the base exists and describes the military activity as routine. According to an article in the Bolivian newspaper, El Deber, a U.S. base is being developed in Mariscal Estigarribia, Paraguay, 200 kilometers from the border with Bolivia. The base will permit the landing of large aircraft and is capable of housing up to 16,000 troops. A contingent of 500 U.S. troops arrived in Paraguay on July 1st with planes, weapons, equipment and ammunition. (1)

With Bolivia’s recent uprisings, their enormous gas reserves, and a presidential election on the way, this questionable activity could pave the way for a U.S. intervention. Rumors of Al Qaeda training grounds near Paraguay may also work to the Bush administration’s advantage as it makes a case for military operations in the region.

On May 26, 2005 the Paraguayan senate approved the entrance of the troops, granting them total immunity, free from Paraguayan and International Criminal Court jurisdiction. The legislature is due to expire in December 2006, but is automatically extendable. Since December 2004, the U.S. has been pressuring Peru, Ecuador, Venezuela and Paraguay into signing a deal which would grant immunity to U.S. military. The Bush administration threatened to deny the countries up to $24.5 million in economic and military aid if they refused to sign the deal. Paraguay was the only country to accept the offer. (2)

US Embassy Denies Base Claims, Rumsfeld Looks Forward to Military Cooperation

A statement issued from the U.S. embassy in Paraguay explained that the military exercises in question involve humanitarian and medical assistance to poor communities as well as military training. The embassy maintained that the U.S. has “absolutely no intention of establishing a military base anywhere in Paraguay” and “has no intention to station soldiers for a lengthy period in Paraguay.” (3)

The Pentagon used this same rhetoric when describing its actions in Manta, Ecuador, now the home of an $80 million U.S. military base. First they said the facility was an archaic “dirt strip” which would be used for weather monitoring and would not permanently house U.S. personnel. Days later, the Pentagon stated that Manta was to serve as a major military base tasked with a variety of security-related missions. Human rights groups have linked the U.S. base in Manta to the 2002 coup against Venezuelan President Hugo Chavez. (4)

Before the arrival of U.S. troops in Paraguay, Luis Castiglioni, the Vice President of Paraguay, visited Washington D.C. where he met with Dick Cheney and Donald Rumsfeld. During the visit, they discussed defense and security in South America and the “international war on terrorism.” Rumsfeld said the U.S. would be sending experts to Paraguay from the Center for Hemispheric Defense Studies, (an institution similar to the infamous School of the Americas) in order to develop a “planning seminar on systems for national security.” Rumsfeld promised to visit the country and expressed his “full support for the coming exercises between the American and Paraguayan armed forces.” (5)

If history is any lesson, Paraguayans are right to be wary. Servicio Paz y Justicia (SERPAJ), a human rights group in the country, warned that the terms of the deal struck between the U.S. and Paraguay are “very dangerous to us, especially taking into account that it was U.S. soldiers who taught torture and other forms of human rights violations in courses at the School of the Americas under the National Security Doctrine." (6)

Orlando Castillo of SERPAJ stated, “The U.S. has strong aspirations to convert Paraguay into another Panama for their troops, and they’re not far from controlling the southern cone and extending the war in Colombia.” A U.S. military base operated in Panama for nearly 90 years. (7)

Possible US Military Intervention in Bolivia

If the new U.S. base does in fact exist, its location makes sense. It will put U.S. troops within easy striking distance of the Bolivian provinces of Santa Cruz and Tarija, home to the second largest gas reserves in South America. Bolivian business leaders interested in privatizing and exporting the country’s gas have spearheaded a move in these resource rich provinces for a secessionist referendum, which will take place on August 12th. If the region votes for autonomy, it’s likely the gas will be privatized, an unpopular plan that’s generated massive protests in the country since 2003. If new civil unrest occurs over the gas issue, the U.S. military will be in a strategic position to intervene, in part to protect the interests of U.S. energy corporations.

The U.S. is currently working from within the Bolivian borders to create military networks. The U.S. State Department recently asked riot gear manufacturers to submit proposals for equipment it plans to send to the Bolivian government. The U.S. is asking for 3,700 upper body tactical padding suits, and 3,700 pairs of shin guards. On the same day as that request, the US Army issued a separate bid to build an emergency operations center in La Paz, which will consist of a "2-story building…with reinforced concrete floors, masonry walls and a reinforced concrete slab…Estimated cost range of the project is from $100,000 to $250,000." (8)

U.S. military operations and assistance are nothing new in the region. However, the timing of these activities appears to be more than a coincidence. Bolivia is scheduled to have presidential election in December 2005 and leftist coca grower leader and congressman, Evo Morales may have a strong chance at winning. If Morales, or another candidate unpopular with the Bush administration, is elected, then the U.S. could be poised to disrupt Bolivia’s democratic process, as they did during the 2002 Venezuelan coup and the 2004 ousting of Haitian president Bertram Aristide.

Regarding U.S. military activity in Paraguay, Bolivian Chancellor Armando Loayza said, "There is no specific information. Between Bolivia and Paraguay there is perfect harmony and cooperation…” However, Bolivian author and military analyst, Juan Ramon Quintana, believes the US military’s activities in Paraguay are a subject that concerns the entire region. "We should be very worried. It is a most negative sign, dramatic in the fact that there exists the possibility of intervention in strategic areas linked to energy and a regional project." (9)

“Terrorism Networks in Triple Border Region”

The U.S. interest in Paraguay makes sense for other reasons as well; the triple border between Paraguay, Argentina and Brazil has been long been rumored to be an “Islamic terrorist training ground.” According to New Yorker reporter, Jeffrey Goldberg, the area is “one of the most lawless places in the world…also the center of Middle Eastern terrorism in South America.” Goldberg reported that Hamas and Al Qaeda are associated with the terrorists in this region. (10)

As the U.S. government was gearing up for a war in Iraq, Goldberg also wrote an article that purportedly linked Al Qaeda and Saddam Hussein. The article was gratefully used by the Bush administration to further their argument for war. Critics believe Goldberg often forms a hypothesis and then goes out to try and prove it. Veteran muckraker, Alexander Cockburn found various inaccuracies in the article linking Al Qaeda to Hussein and wrote that “Goldberg once served in Israel's armed forces, which may or may not be a guide to his political agenda.” (11)

As we’ve seen in Iraq, the Bush administration understands that the “war on terror” can serve as a great excuse to claim natural resources. The U.S. military activity in Paraguay combined with the triple border terrorist theory and the gas reserves in a precarious Bolivia, sound like a recipe for another U.S. “democracy spreading” bonanza.

Benjamin Dangl has traveled and worked as a journalist in Bolivia and Paraguay. He is the editor of www.upsidedownworld.org, click HERE to read more of his articles.

Sources:
(1)“Inquietud por una base de EEUU en zona fronteriza de Paraguay,” El Deber, 7-7-05 http://www.eldeber.com.bo/20050707/nacional_2.html

Mary Donohue and Melissa Nepomiachi, “Washington Secures Long Sought Hemispheric Outpost,” Council on Hemispheric Affairs, 7-20-2005
http://www.informationclearinghouse.info/article9541.htm

(2) Pablo Bachelet, “4 nations that won't sign deal with U.S. risk aid loss,” Miami Herald, 12-18-04
http://www.latinamericanstudies.org/us-relations/loss.htm

(3) US Embassy in Asuncion, Paraguay, 7-7-05 www.asuncion.usembassy.gov/

(4) Donohue and Nepomiachi

(5) Hugo Olázar “Paraguay concedió inmunidad a las tropas de Estados Unidos,” Clarin, 5-13-05 http://www.clarin.com/diario/2005/06/13/elmundo/i-02015.htm

(6) “US Troops To Paraguay,” Weekly News Update on the Americas, 6-5-05 http://www.ww4report.com/node/587

(7) Olázar

(8) Stephen Peacock, “Bolivia To Get Riot Gear, Emergency Ops Center From U.S. -- More Trouble on the Horizon?” Narco News, 7-16-05 http://narcosphere.narconews.com/story/2005/7/16/14743/4150

(9) “Inquietud por una base de EEUU en zona fronteriza de Paraguay,” El Deber 7-7-05 http://www.eldeber.com.bo/20050707/nacional_2.html

(10) Jeffrey Goldberg, “In the Party of God,” New Yorker 10-21-02 http://www.newyorker.com/fact/content/?021028fa_fact2

(11) Alexander Cockburn, Meet the New Yorker’s Jeffrey Goldberg,” CounterPunch 3-28-03 http://www.counterpunch.org/cockburn02282003.html
http://tinyurl.com/y9ous4



Paraguayan Central Bank missing US$2.5M (€2M) in new money from shipment
The Associated Press

Published: October 21, 2006
ASUNCION, Paraguay Freshly printed currency worth US$2.5 million (€2 million) has disappeared from a shipment to Paraguay from Paris, a government prosecutor reported Saturday.

Of 200 boxes packed with 50,000-Guarani bills, there were six boxes missing when the shipment arrived by boat at a port on the Rio Paraguay outside the Paraguayan capital of Asuncion, prosecutor Sergio Alegre said.

"A report was filed for damages to the national economy. In this case, the Central Bank is the victim," Alegre said.

The cargo left France with a seal of guarantee, but nonoriginal seals were detected in Montevideo, Uruguay, Alegre said.

"Representatives of the printing house and transportation authorities did not report the irregularities," he said.

The bills were printed in Paris by the company Francois-Charles Oberthur Fiduciare, which is represented locally by an importer of French car engines, the prosecutor said.


ASUNCION, Paraguay Freshly printed currency worth US$2.5 million (€2 million) has disappeared from a shipment to Paraguay from Paris, a government prosecutor reported Saturday.

Of 200 boxes packed with 50,000-Guarani bills, there were six boxes missing when the shipment arrived by boat at a port on the Rio Paraguay outside the Paraguayan capital of Asuncion, prosecutor Sergio Alegre said.

"A report was filed for damages to the national economy. In this case, the Central Bank is the victim," Alegre said.

The cargo left France with a seal of guarantee, but nonoriginal seals were detected in Montevideo, Uruguay, Alegre said.

"Representatives of the printing house and transportation authorities did not report the irregularities," he said.

The bills were printed in Paris by the company Francois-Charles Oberthur Fiduciare, which is represented locally by an importer of French car engines, the prosecutor said.
http://tinyurl.com/yj38dk



Bush Buys Land in Northern Paraguay
Prensa Latina – Buenos Aires, Oct 13, 2006

An Argentine official regarded the intention of the George W. Bush family to settle on the Acuifero Guarani (Paraguay) as surprising, besides being a bad signal for the governments of the region.

Luis D Elia, undersecretary for the Social Habitat in the Argentine Federal Planning Ministry, issued a memo partially reproduced by digital INFOBAE.com, in which he spoke of the purchase by Bush of a 98,842-acre farm in northern Paraguay, between Brazil and Bolivia.

The news circulated Thursday in non-official sources in Asuncion, Paraguay.

D Elia considered this Bush step counterproductive for the regional power expressed by Presidents Nestor Kirchner, Luiz Inacio Lula da Silva, Evo Morales, Hugo Chavez and Fidel Castro.

He said that "it is a bad signal that the Bush family is doing business with natural resources linked to the future of MERCOSUR."

The official pointed out that this situation could cause a hypothetical conflict of all the armies in the region, and called attention to the Bush family habit of associating business and politics.
http://www.plenglish.com/article.asp?ID={EBA55617-2676-4091-ABBC-20650EB6FEE1}&language=EN

Update
Bush Family Residence in Paraguay?
Written by April Howard – Upside Down World October 11, 2006
Note: all links are to Spanish/Portuguese websites apart from the final "Moonshine" link.

The Governor of Alto Paraguay, Erasmo Rodríguez Acosta has admitted to hearing that George Bush Sr. owns land in the Chaco region of Paraguay, in Paso de Patria. Acosta says that rumor has it that Bush owns near to 70 thousand hectares (173,000 acres) as part of an ecological reserve and/or ranch. However, the governor said he had no documents to prove the rumor. Acosta said that some stories credited the land to the Fundación Patria, which Bush would be a member of.

The spokespeople of the organization were not available to comment. Supposedly, Timothy Towell, the U.S. Ambassador in Asunción (the capital of Paraguay) is the present administrator of the land. First accounts signaled that Bush had acquired 40,000 hectares (99,000 acres) in the Chaco zone of Fuerte Olimpo, near the Bolivian Border. A spark of the interest in this property may have been Jenna Bush's private visit to Paraguay with Unicef, which started Saturday, October 7, 2006. Supposedly Jenna will travel to the ranch to ''observe'' several indigenous villages are located on the property.
http://upsidedownworld.org/main/content/view/457/0/

Also see:
Moonshine
http://rigint.blogspot.com/2006/10/moonshadow.html
http://tinyurl.com/yxrc3t

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