Die Menschen atmen
Alter Stinker
13 März 2007
von Axel Retz (Investor Verlag)
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Gestern hat sich die Börse ja endlich wieder einmal von ihrer ruhigeren Seite gezeigt. Und ich habe die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, um in eines unserer Fahrzeuge einen Rußpartikelfilter einbauen zu lassen, der beim Kauf des Fahrzeugs im Oktober noch nicht lieferbar war. Und während ich auf die Fertigstellung des Fahrzeugs wartete, kam ich etwas ins Grübeln. Sie wissen schon: CO2 und so. Heute beginnt schließlich das EU-Gipfeltreffen, da ist ein bisschen begleitendes Nachdenken fast schon Staatsbürgerpflicht. Meine Gedanken gingen ihre eigenen Wege - und nicht alle sind ernst gemeint. Das müssen Sie berücksichtigen, wenn Sie wirklich weiter lesen wollen. Einige aber sind sehr ernst gemeint - Sie werden es schon zu unterscheiden wissen! Während ich also da so saß und wartete, tat ich das, was man so tut, ohne es im Allgemeinen zur Kenntnis zu nehmen, ich atmete. Das, was gerade da war: Luft. Unter normalen Umständen sind in ihr etwa 21 Prozent Sauerstoff und 0,035 Prozent Kohlendioxid, also CO2 enthalten. Zumindest beim Einatmen. Beim Ausatmen sieht es etwas schlechter aus: 17 Prozent Sauerstoff, aber rund vier Prozent Kohlendioxyd. Hmm.
Pro Jahr atmet ein Durchschnittsmensch etwa 300.000 Kubikmeter Luft ein und wieder aus. Und produziert dabei rund 350 Kg Kohlendioxid. In 80 Jährchen kommen da rund 28.000 Kg zusammen. Oder anders: Täglich pustet die Menschheit etwa 6,5 Milliarden Kg des heute für den Treibhauseffekt mitverantwortlich gemachten Gases in die Atmosphäre. Bei einer bis 2008 angestrebten CO2-Emission von 140 g/Km muss ein PKW also genau 200.000 Km weit fahren, um die gleiche Menge an Kohlendioxid zu produzieren wie ein Mensch in seinem Leben. Besonders schädlich natürlich: Sport! Da wird ein Vielfaches dessen durchgehechelt wie im Ruhezustand. Jogger, Nordic-Walker, Radler, Besucher fitnessversprechender Hormontempel oder auch Wochenendwanderer als Vielatmer bleiben aber völlig ungeschoren. Und die Politik? Sie schweigt anstatt über einen "Atemzuschlag" nachzudenken. Sie wissen ja: Wenn Ihnen von der öffentlichen Hand etwas genommen wird, spricht man gerne von "Zuschlag". Was ja auch nicht wirklich falsch ist - der Staat schlägt wieder zu. Eine kleine grüne Vignette am Trainingsanzug würde reichen, um jeden Nordic Walker als amtlich plakettierten Waldläufer auszuweisen. Auch die demograhpische Katastrophe bekäme, rein rechnerisch, durch die CO2-Seite ein erheblich freundlicheres Gesicht. "Klimaorientierter Nachwuchsverzicht" klingt besser als "Reproduktionsverweigerer". Schließlich lebt heute auf der Erde heute rund ein Sechstel aller jemals geborenen Menschen.
Stattdessen (es gibt ja viel mehr Menschen als Automobile) plant die politische Führung an einer CO2-Steuer für Pkws herum. Das füllt die Staatssäckel. Und die alten Dreckschleudern sollen von den Straßen verschwinden. Auch das bringt Steuern. Und zwar 19 Prozent Mehrwertsteuer für jeden neu gekauften PKW.
Die Forderung nach einer neuen, abgasärmeren Automobilflotte ist verführerisch - sie klingt so einfach und logisch! Was sie dem CO2-Ausstoß helfen sollte, weiß ich nicht. Denn die Herstellung eines Neuwagens von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung belastet die Umwelt insgesamt erheblich mehr als sein gesamter nachfolgender Betrieb.
Das Weiterfahren eines "alten Stinkers" auf 500.000 Km ist, was die Umweltbilanz betrifft, immer noch sinnvoller als die Produktion eines Neufahrzeugs. Die "Klimaexperten" setzen mit ihrer Rechnung aber so ein, als ob die Neuwagen durchs Ozonloch vom Himmel fielen. Die staatlichen Maßnahmen zur "Reduzierung der Schadstoffe" wirken, wenn man genauer hinschaut, eher wie ein Programm zur Förderung der Autoindustrie. Mit leider negativen Ergebnissen für die Umwelt.
Fahrer alter Wagen haben also gute Argumente, sich gegen die gegen sie betriebene Stimmungsmache zur Wehr zu setzen. Und wir alle haben Grund genug, von den politisch Verantwortlichen eine Balance von wirtschaftlich und ökologisch Erforderlichem zu fordern. Und vor allen Dingen auf mehr Ehrlichkeit zu drängen!
(yahoo.group)
13 März 2007
von Axel Retz (Investor Verlag)
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Gestern hat sich die Börse ja endlich wieder einmal von ihrer ruhigeren Seite gezeigt. Und ich habe die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, um in eines unserer Fahrzeuge einen Rußpartikelfilter einbauen zu lassen, der beim Kauf des Fahrzeugs im Oktober noch nicht lieferbar war. Und während ich auf die Fertigstellung des Fahrzeugs wartete, kam ich etwas ins Grübeln. Sie wissen schon: CO2 und so. Heute beginnt schließlich das EU-Gipfeltreffen, da ist ein bisschen begleitendes Nachdenken fast schon Staatsbürgerpflicht. Meine Gedanken gingen ihre eigenen Wege - und nicht alle sind ernst gemeint. Das müssen Sie berücksichtigen, wenn Sie wirklich weiter lesen wollen. Einige aber sind sehr ernst gemeint - Sie werden es schon zu unterscheiden wissen! Während ich also da so saß und wartete, tat ich das, was man so tut, ohne es im Allgemeinen zur Kenntnis zu nehmen, ich atmete. Das, was gerade da war: Luft. Unter normalen Umständen sind in ihr etwa 21 Prozent Sauerstoff und 0,035 Prozent Kohlendioxid, also CO2 enthalten. Zumindest beim Einatmen. Beim Ausatmen sieht es etwas schlechter aus: 17 Prozent Sauerstoff, aber rund vier Prozent Kohlendioxyd. Hmm.
Pro Jahr atmet ein Durchschnittsmensch etwa 300.000 Kubikmeter Luft ein und wieder aus. Und produziert dabei rund 350 Kg Kohlendioxid. In 80 Jährchen kommen da rund 28.000 Kg zusammen. Oder anders: Täglich pustet die Menschheit etwa 6,5 Milliarden Kg des heute für den Treibhauseffekt mitverantwortlich gemachten Gases in die Atmosphäre. Bei einer bis 2008 angestrebten CO2-Emission von 140 g/Km muss ein PKW also genau 200.000 Km weit fahren, um die gleiche Menge an Kohlendioxid zu produzieren wie ein Mensch in seinem Leben. Besonders schädlich natürlich: Sport! Da wird ein Vielfaches dessen durchgehechelt wie im Ruhezustand. Jogger, Nordic-Walker, Radler, Besucher fitnessversprechender Hormontempel oder auch Wochenendwanderer als Vielatmer bleiben aber völlig ungeschoren. Und die Politik? Sie schweigt anstatt über einen "Atemzuschlag" nachzudenken. Sie wissen ja: Wenn Ihnen von der öffentlichen Hand etwas genommen wird, spricht man gerne von "Zuschlag". Was ja auch nicht wirklich falsch ist - der Staat schlägt wieder zu. Eine kleine grüne Vignette am Trainingsanzug würde reichen, um jeden Nordic Walker als amtlich plakettierten Waldläufer auszuweisen. Auch die demograhpische Katastrophe bekäme, rein rechnerisch, durch die CO2-Seite ein erheblich freundlicheres Gesicht. "Klimaorientierter Nachwuchsverzicht" klingt besser als "Reproduktionsverweigerer". Schließlich lebt heute auf der Erde heute rund ein Sechstel aller jemals geborenen Menschen.
Stattdessen (es gibt ja viel mehr Menschen als Automobile) plant die politische Führung an einer CO2-Steuer für Pkws herum. Das füllt die Staatssäckel. Und die alten Dreckschleudern sollen von den Straßen verschwinden. Auch das bringt Steuern. Und zwar 19 Prozent Mehrwertsteuer für jeden neu gekauften PKW.
Die Forderung nach einer neuen, abgasärmeren Automobilflotte ist verführerisch - sie klingt so einfach und logisch! Was sie dem CO2-Ausstoß helfen sollte, weiß ich nicht. Denn die Herstellung eines Neuwagens von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung belastet die Umwelt insgesamt erheblich mehr als sein gesamter nachfolgender Betrieb.
Das Weiterfahren eines "alten Stinkers" auf 500.000 Km ist, was die Umweltbilanz betrifft, immer noch sinnvoller als die Produktion eines Neufahrzeugs. Die "Klimaexperten" setzen mit ihrer Rechnung aber so ein, als ob die Neuwagen durchs Ozonloch vom Himmel fielen. Die staatlichen Maßnahmen zur "Reduzierung der Schadstoffe" wirken, wenn man genauer hinschaut, eher wie ein Programm zur Förderung der Autoindustrie. Mit leider negativen Ergebnissen für die Umwelt.
Fahrer alter Wagen haben also gute Argumente, sich gegen die gegen sie betriebene Stimmungsmache zur Wehr zu setzen. Und wir alle haben Grund genug, von den politisch Verantwortlichen eine Balance von wirtschaftlich und ökologisch Erforderlichem zu fordern. Und vor allen Dingen auf mehr Ehrlichkeit zu drängen!
(yahoo.group)
bin66 - 14. Mrz, 01:31







